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  • Kai 

Drachenbaum: Schädlinge gehören der Vergangenheit an

Ein sattes Grün, das aus der Ecke des Wohnzimmers hervorlugt, ein Hauch von Natur mitten in der urbanen Umgebung – der Drachenbaum, in Fachkreisen als Dracaena bekannt, hat sich längst einen festen Platz in den Herzen vieler Pflanzenliebhaber in Deutschland gesichert. Seine imposante Erscheinung und die vergleichsweise unkomplizierte Pflege machen ihn zu einem Favoriten unter den Zimmerpflanzen.

Doch wie in jedem Paradies gibt es auch hier kleine Störenfriede, die das Idyll trüben können. Schädlinge, die es auf den saftigen Drachenbaum abgesehen haben. Doch keine Sorge!

Drachenbaum Schädlinge - Läuse - Spinnmilben - & co.

Mit dem richtigen Wissen und einigen Tipps und Tricks kann jeder Pflanzenfreund seinen Drachenbaum schützen und ihm ein langes, gesundes Leben ermöglichen. In diesem Artikel nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die Welt der Pflanzenpflege, von der Prävention bis zur Bekämpfung von Schädlingen. Also, schnappen Sie sich eine Tasse Tee, machen Sie es sich gemütlich und tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Drachenbaums.

Die häufigsten Schädlinge des Drachenbaums

Der Drachenbaum, auch als Dracaena bekannt, ist nicht nur wegen seiner beeindruckenden Optik eine beliebte Zimmerpflanze in deutschen Haushalten. Doch wie bei vielen Pflanzen, zieht auch der Drachenbaum bestimmte Schädlinge an, die ihm das Leben schwer machen können.

Drachenbäume sind, wie viele andere Zimmerpflanzen auch, anfällig für Schädlinge, weil sie in einem geschlossenen Raum ohne natürliche Feinde der Schädlinge wachsen. Hinzu kommt, dass Schädlinge sich in der warmen und trockenen Umgebung unserer Wohnungen besonders wohl fühlen. Eine Gefahr stellen vor allem saftsaugende Schädlinge, welche die Epidermiszellen und Parenchymzellen aussaugen. Charakteristisch für diesen Schaden sind die zuerst glänzend hellen Flecken, welchen im späteren Verlauf nekrotisch (braun) werden. 

Am häufigsten wird der Drachenbaum von Blattläuse oder Wollläusen heimgesucht, aber auch Spinnmilben, Thripse, Schildläuse und Trauermücken können Deinem geliebten Drachenbaum die Energie rauben. Aber keine Sorge, wir werden und spezifisch mit allen Schädlingen beschäftigen und die zeigen wie du sie los wirst. 

Vorab: Chemische Insektizide gegen Schädlinge

Vorab möchten wir auf chemische Insektizide Hinweisen, da wir uns im späterem Verlauf nur noch auf die natürlichen Bekämpfungsmethoden konzentrieren werden.

Chemische Mittel sind in der Regel äußerst effektiv, da sie speziell entwickelt wurden, um in das Pflanzengewebe einzudringen. Saftsaugende Schädlinge, die sich von der Pflanze ernähren, nehmen das Insektizid beim Verzehr auf. Das Resultat: Die Schädlinge sterben in kürzester Zeit ab.

Es ist jedoch von größter Bedeutung, chemische Insektizide mit Vorsicht zu verwenden. Sie enthalten Wirkstoffe, die nicht nur für Schädlinge, sondern auch für andere Organismen und manchmal auch für den Menschen schädlich sein können. Daher ist es unerlässlich, die Anweisungen des Herstellers genau zu befolgen.

Es sollte auch beachtet werden, dass nicht alle Schädlinge gleich sind. Bei einigen Schädlingen kann der Einsatz von chemischen Insektiziden die effektivste und sinnvollste Lösung sein (Hier werden wir aber speziell in den einzelnen Abschnitten drauf hinweisen), während bei anderen natürliche Abwehrmaßnahmen ausreichen könnten. Es ist immer ratsam, zuerst sanftere Methoden auszuprobieren, bevor man zu stärkeren Mitteln greift. 

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Drachenbaum – Wolläuse

Wie erkennt man Wolläuse?
Zunächst sind sie weiß und oft von langen, weißen Wachsfäden umgeben, die ihnen ihr wolliges Aussehen verleihen. Aber das ist nicht alles: Sie sind auch Saftsauger, die sich von dem Proteinen deines Drachenbaums ernähren.

Wenn du klebrige Stellen auf den Blättern oder am Stamm deines Drachenbaums bemerkst, könnte dies ein Zeichen für einen Befall mit Wolläusen sein. Dieser klebrige Rückstand, bekannt als Honigtau, kann auch andere Schädlinge und Krankheiten anziehen. 

Drachenbaum Schädlinge - Läuse - Spinnmilben - & co.
[@Lobro]/Depositphotos.com

Wie bekämpft man Wolläuse?
Wolläuse sind zähe kleine Biester. Ihre dicken Rückenschilder machen sie besonders widerstandsfähig gegen viele herkömmliche Bekämpfungsmethoden. Neemöl, ein natürliches Ölmittel, hat sich als besonders effektiv erwiesen. Es verstopft die Atmungsorgane der Wolläuse und führt so zu ihrem Tod. Eine Behandlung mit Neemöl alle paar Tage, insgesamt 3 bis 4 Mal innerhalb von 10 Tagen, sollte ausreichen, um den Befall in den Griff zu bekommen.

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Drachenbaum – Spinnmilben

Wie erkennt man Spinnmilben?
Spinnmilben sind winzige Plagegeister, die zur Familie der Spinnentiere gehören. Ein sicheres Erkennungszeichen für ihren Befall sind die feinen Fäden, die sie von Blatt zu Blatt über deinen Drachenbaum weben. Wenn du beim Besprühen deiner Pflanze kleine Tropfen an diesen Fäden bemerkst, ist das ein weiteres Indiz für ihre Anwesenheit. Sie saugen den Saft aus den Pflanzenzellen, was zu unschönen Flecken auf den Blättern führt und im schlimmsten Fall das Absterben der Blätter verursachen kann.

Drachenbaum Schädlinge - Läuse - Spinnmilben - & co.
[@firn]/Depositphotos.com

3 natürliche Bekämpfungsmethoden gegen Spinnmilben
Beginne damit, deinen Drachenbaum gründlich abzuduschen, sowohl die Ober- als auch die Unterseite der Blätter. Dies entfernt viele der Milben und stört ihre Aktivitäten.

Erstens: Als nächstes empfehlen wir, Neemöl zu verwenden. Versprühe es dreimal im Abstand von jeweils 10 Tagen auf der gesamten Pflanze. Neemöl hilft bei fast allen Schädlingen, da sie die Panzerbildung verhindert und die Atmungsorgane verstopft. Daher muss jedoch auch über 10 Tage wiederholt angewendet werden. 

Zweitens: Wenn du feststellst, dass die Spinnmilben besonders hartnäckig sind, versuche, die Luftfeuchtigkeit um deinen Drachenbaum zu erhöhen, indem du ihn in eine Tüte packst. Hier reicht es schon aus den oberen Kopf des Drachenbaums mit den Blättern einzupacken. Spinnmilben sterben bei einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Drittens: Wenn das alles nicht hilft? Dann könnten Raubmilben deine Rettung sein. Sie sind natürliche Feinde der Spinnmilben und können helfen, einen Befall in den Griff zu bekommen.

Empfehlung: Gibst du deinen Pflanzen mal wieder zu viel Wasser? Mit einem Bodenfeuchtigkeitsmessgerät ist es kinderleicht, deine Pflanze zum richtigen Zeitpunkt zu gießen. Den genausten Feuchtigkeitsmesser findest du hier.

Drachenbaum – Blattläuse

Wie erkennt man Blattläuse?
Sie sind zwar winzig, aber in großer Zahl gut sichtbar. Ihre Farbe kann variieren, aber oft sind sie grün oder schwarz. Das Hauptmerkmal dieser kleinen Saftsauger ist ihre Vorliebe, sich in Kolonien an der Unterseite der Blätter oder entlang junger Triebe niederzulassen. Gut getarnt treiben sie ihr Unwesen und pflanzen sich in Windeseile fort.

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Blattläuse saugen den Saft aus den Pflanzenzellen, was zu verformten Blättern, verlangsamtem Wachstum und einer allgemeinen Schwächung der Pflanze führen kann. Aber das ist noch nicht alles: Sie scheiden auch einen klebrigen Honigtau aus, der nicht nur unangenehm ist, sondern auch die Bildung von Rußtau fördert, einer schwarzen, pilzartigen Substanz, die sich auf den Blättern bildet.

Blattläuse bekämpfen
Zum Glück gibt es mehrere natürliche Methoden, um Blattläuse loszuwerden. Der erste Schritt sollte immer sein, die Pflanze gründlich abzuduschen. Dies entfernt viele der Läuse und stört ihre Aktivitäten. Für eine gründlichere Reinigung empfiehlt es sich, die Blätter einzeln mit einem feuchten Tuch abzuwischen.

Danach sollte der Drachenbaum eingesprüht werden mit einer Mischung aus 1 Liter Wasser und 4 aufgebrühten Teebeuteln. Diesen für 3 Stunden stehen lassen und großzügig auf allen Teilen der Pflanze versprühen. Das Koffein ist für die Blattläuse ein natürliches Nervengift und tötet sie ab. Wiederhole diese Vorgang über mehrere Tage. 

Andernfalls kann auch wieder Neemöl zum Einsatz kommen. Neemöl wirkt jedoch nur, wenn der Schädling direkt mit dem Mittel in Kontakt tritt. Neemöl wird von den Schädlingen nicht aufgenommen und dringt auch nicht in das Pflanzengewebe ein.

Empfehlung: Deine Pflanze wird von Schädlingen besiedelt? Neemöl ist ein natürlicher Rohstoff aus dem Neembaum und verhindert die Bildung Chitin, woraufhin die Schädlinge absterben. Das beste Neemöl haben wir dir hier verlinkt. 

Drachenbaum – Schildläuse

Wie erkenne ich Schildläuse?
Schildläuse sind nicht zu übersehen. Mit einer Größe, die etwa dreimal so groß ist wie die von Blattläusen, sind sie deutlich sichtbarer. Ihr markantestes Merkmal ist ihr stabiler Panzer, der sie vor vielen Gefahren schützt. Dieser Panzer ist nicht nur ein Schutzschild, sondern auch ein Ort, an dem sie ihre Eier tragen.

Schildläuse setzen sich fest an Blättern und Stämmen fest und bewegen sich kaum. Ihre Anwesenheit kann man oft an einer klebrigen Substanz, dem sogenannten Honigtau, erkennen, den sie ausscheiden. 

Ein Blatt ist von Schildläusen befallen
[@KleinerMann82]//Depositphotos.com

Die Schildläuse selbst sind Saftsauger und entziehen der Pflanze wichtige Nährstoffe, was zu einer Schwächung oder sogar zum Tod der Pflanze führen kann.

Natürliche Bekämpfungsmethoden:
Ein einfaches Abduschen der Pflanze reicht bei einem Befall mit Schildläusen leider nicht aus. Ihre feste Haftung und der schützende Panzer machen sie widerstandsfähig gegen solche Methoden. Ein effektiver Ansatz ist das Absammeln der Läuse. Hierbei werden die Schildläuse vorsichtig mit einer Pinzette oder einem ähnlichen Werkzeug von der Pflanze entfernt.

Eine weitere Methode ist das Abtupfen der Läuse mit einem in Öl getränkten Wattestäbchen. Das Öl blockiert ihre Atmungsorgane, sodass sie ersticken. Es ist wichtig, regelmäßig nach neuen Läusen zu suchen und die Behandlung bei Bedarf zu wiederholen.

Drachenbaum – Thripse

Wie erkenne ich Thripse?
Thripse sind nicht nur winzige, sondern auch äußerst listige Schädlinge. Sie sind Meister der Tarnung und können sich blitzschnell auf deinem Drachenbaum ausbreiten. Thripse sind so klein, dass sie oft übersehen werden, bis der Schaden bereits angerichtet ist. Genau wie bei anderen Schädlingen hinterlassen sie dunkle braune Flecken auf den Blätter. 

Ein klares Indiz sind natürlich auch die ausgedehnten Flugrouten von Pflanze zu Pflanze. Schädlinge nerven sehr wenn sie durch die Gegend fliegen und sind im Vergleich zu anderen fliegen etwas länglicher und größer. Dies ist meist zu erkennen, wenn sie still auf einem Blatt sitzen. Außerdem legen Thripse ihre Larven in die Blätter und du wirst kleine helle Larven auf der Oberfläche erkennen können.  

Natürliche Bekämpfungsmethoden:
Leider sind Thripse äußerst widerstandsfähig und schwer auf natürliche Weise zu bekämpfen. Sie vermehren sich rasant und können sich schnell auf anderen Pflanzen ausbreiten. Alle Thripse zu beseitigen ist auf eine natürliche Art und Weise sehr schwierig bis unmöglich. Sie werden immer größeren Schaden anrichten und sich auf andere Pflanzen breit machen. Du kannst es mit Neemöl probieren aber aus eigener Erfahrung müssen wir leider sagen, dass die Erfolgschancen recht gering sind. 

Wir empfehlen bei einem Thripsenbefall direkt zu chemischen Insektiziden zu greifen für Zier- und Zimmerpflanzen. Diese können meist auch in Innenräumen angewendet werden, aber informiere dich vorher. Das Insektizid dringt in die Pflanze ein und wird von den Thripsen beim saftsaugen aufgenommen. So sterben sie Nach kurzer Zeit aus und deine Pflanze sind gerettet. Achte jedoch darauf, dass du alle Pflanzen behandelst, nicht nur den Drachenbaum.

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Drachenbaum – Trauermücken

Wie erkenne ich Trauermücken?
Trauermücken sind winzige, fliegende Insekten, die oft in der Nähe von Zimmerpflanzen, insbesondere in der Erde, zu finden sind. Wenn man leicht gegen den Pflanzentopf klopft oder die Erde berührt, sieht man oft, wie eine Wolke dieser kleinen Fliegen aufsteigt. Ihre Präsenz mag harmlos erscheinen, aber ihre Larven, die sich im Boden entwickeln, können erheblichen Schaden anrichten. 

Diese Larven sind weißlich und fadenförmig und fressen sich gerne durch die Wurzeln der Pflanzen. Ein Befall kann dazu führen, dass die Pflanze welkt, gelbe Blätter bekommt oder im schlimmsten Fall sogar abstirbt, da die Wurzeln nicht mehr in der Lage sind, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen.

So bekämpfst du Trauermücken:
Wenn du feststellst, dass Trauermücken deine Pflanzen heimsuchen, gibt es mehrere Methoden, um sie loszuwerden. Ein einfacher und natürlicher Ansatz ist das Gießen mit einer speziellen Lösung: Lege 8 Streichhölzer in 1L Wasser ein und warte 30 min ab, sodass sich der Schwefel aus den Streichholzköpfen lösen kann. Gieße dann deine Pflanze mit dieser Lösung.

Die Schwefelverbindungen aus den Streichhölzern wirken toxisch auf die Larven und töten sie ab. Es ist auch ratsam, alle Pflanzen in der Nähe zu gießen, um sicherzustellen, dass keine Larven überleben.