Efeutute vermehren: Ableger & Stecklinge für neues Wachstum
Efeututen sind super leicht zu kultivieren. Mit den richtigen Lichtverhältnissen wächst die Tropenpflanze sehr schnell und lässt sich hervorragend als kletternde Pflanzendekoration einsetzen. Genauso einfach wie die Pflege, ist auch die Vermehrung der Efeutute.

Ableger vorbereiten
Um einen Efeututen Ableger zu schneiden, wähle eine gesunde Mutterpflanze, welche bereits mehrere Triebe hat. Der beste Zeitpunkt zum schneiden von Ablegern, bzw. Stecklingen liegt zwischen April und September, wenn die Pflanze aktiv wächst. Bereite ein scharfes, desinfiziertes Schneidwerkzeug wie ein Messer oder eine Gartenschere vor und dann kann es los gehen!
Aus einem Trieb können mehrere Stecklinge geschnitten werden. Hierbei unterscheidet man zwischen einem Kopfsteckling, also dem Endbereich eines Triebes und den Stammstecklingen, welcher in der Mitte eines Triebes geschnitten werden. Kopfstecklinge können direkt weiter wachsen, wohingegen Stammstecklinge neu austreiben müssen. Für jeden Trieb kannst du also einen Kopfsteckling ziehen und mehrere Stammstecklinge, welche neu austreiben werden.
Ableger schneiden
Jeder Steckling sollte mindestens zwei Blätter haben und somit auch mindestens einen Blattknoten. Direkt unter den Blattknoten befinden sich die kleinen braunen Luftwurzeln der Efeutute, aus welcher die kommenden Bodenwurzeln wachsen werden. Schneide den Ableger der Efeutute eine Fingerbreite unter einem Blattknoten ab.

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Ableger ins Wasser stellen
Der nun geschnittene Steckling hat mehrere Blätter. Hier verbirgt sich jedoch die Gefahr, dass die Blätter verfaulen, wenn sie für mehrere Wochen im Wasser stehen. Um dies zu vermeiden, müssen die unteren Blätter des Stecklings entfernt werden. Scheide die Blätter nahe am Stamm ab, sodass der Steckling im Wasser stehen kann, ohne, dass sich Blätter darin befinden.

Nun kannst du den Steckling in ein Wasserglas stellen und abwarten, bis die neure Wurzeln gebildet haben. Die neue Wurzeln bilden sich am unterem Ende direkt unter deinem Blattknoten. Es dauert ca. 2 Wochen bis die ersten Wurzeln im Wasser zu sehen sind. Platziere das Glas an einem hellen Ort mit indirektem Licht. Wechsel das Wasser wöchentlich, um das Risiko von Infektion und die Verbreitung von Bakterien zu minimieren.

Nach drei bis vier Wochen hat der Steckling ausreichend viele Wurzeln produziert, welche direkt aus dem Blattknoten gewachsen sind. Nehme einen Untertopf mit Drainagelöchern und pflanze den Steckling in leichte Erde ein. Vermische Blumenerde mit etwas Perlit, sodass die Drainage erhöht wird. Im Anschluss gießt du deinen eingepflanzten Steckling an und beginnst mit der üblichen Pflege einer Efeutute.
Ableger direkt in der Erde bewurzeln
Lass die Schnittstelle des Stecklings etwa zwei Stunden antrocknen. Dies verhindert, dass Bodenorganismen den Steckling sofort besiedeln. Danach bedeckst du die Schnittstellen mit Zimt oder fein gemahlener Kohle, um das Eindringen von Bakterien und anderen Organismen zu vermeiden.

Bereite einen kleinen Topf mit Drainagelöchern vor und fülle ihn mit lockerer Blumenerde oder Anzuchterde, die eine gute Drainage bietet. Alternativ kannst du einen Plastikbecher verwenden und einige Löcher in den Boden stechen. Setze den Steckling in die Erde, sodass die Blätter oben herausragen und die Blattknoten mit Erde bedeckt sind.
Halte die Erde konstant feucht, aber nicht zu nass. Überprüfe alle paar Tage die Feuchtigkeit und benutze eine Sprühflasche, um die Erde gleichmäßig zu befeuchten. Dies fördert die langsame Wasseraufnahme und hilft dem Steckling, neue Wurzeln zu bilden. Mit Geduld und regelmäßiger Pflege sollte dein Steckling bald erfolgreich Wurzeln schlagen.

Lange Triebe ohne Blätter vermehren
Wenn Deine Efeutute kahle oder zu lange Triebe hat, kannst Du diese ganz einfach vermehren und viele neue Ableger gewinnen. Diese Methode wird oft als Vermehrung mittels Wet Sticks bezeichnet. Dazu schneidest Du die langen Triebe der Efeutute ab und teilst sie in mehrere Stücke, wobei jedes Stück zwischen den Blattknoten geschnitten wird.

Die so entstandenen Wet Sticks legst Du in eine Plastiktüte, die mit Spaghnum-Moos gefüllt ist. Wichtig ist, dass das Moos vorher gründlich mit Wasser befeuchtet wurde, damit es eine optimale Umgebung für die Wurzelbildung bietet. Achte darauf, dass der braune Wurzelbereich jedes Wet Sticks nach unten ins feuchte Moos zeigt. Diese Ausrichtung fördert das Wachstum neuer Wurzeln und Triebe.

Nach etwa drei Wochen wirst Du feststellen, dass die Wet Sticks beginnen auszutreiben und neue Triebe mit Wurzeln bilden. Dieser Prozess kann variieren, aber in der Regel sind nach vier bis sechs Wochen die neuen Triebe soweit entwickelt, dass Du sie aus dem Moos nehmen und in Erde pflanzen kannst.
Efeutute kürzen (schneiden)
Um die Efeutute zu kürzen, solltest du dies während der Wachstumsphase von Frühling bis Spätsommer tun. Nutze ein scharfes, desinfiziertes Messer oder eine Gartenschere, um die Triebe zu schneiden. Dies verhindert die Übertragung von Krankheiten und sorgt für saubere Schnittkanten, die die Pflanze schneller heilen lassen. Schneide die Triebe etwa 0,5 bis 1 Zentimeter über einem Blattknoten, um neues Wachstum zu fördern.
Die Efeutute treibt nach dem Schnitt neu aus, aber meist nur mit einem Trieb, da sie sich von Natur aus schwer verzweigt. Die abgeschnittenen Teile kannst du wie in diesem Beitrag gezeigt, zur Vermehrung nutzen.
Efeutute verzweigen und buschiger machen
Um eine Efeutute zum Verzweigen zu bringen, schneidest du am Ende des Triebes das letzte Blatt ab. Aus der Schnittkante wächst ein neuer Trieb, den du ebenfalls abschneidest, sobald er sich bildet. Diese Methode wiederholst du, bis die Pflanze mehrere Seitentriebe bildet. Der Grund ist die sogenannte apikale Dominanz, bei der das Hormon Auxin das Wachstum des Haupttriebes fördert und Seitentriebe unterdrückt. Durch wiederholtes Abschneiden des Endbereiches wird die Auxin-Produktion gestört und Seitentriebe können wachsen. Es dauert jedoch eine Weile, bis diese Methode sichtbar erfolgreich ist. Die Erfolgsquote zum verzweigen ist generell gesehen sehr gering.
