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  • Kai 

Wann und wie bringe ich die Geigenfeige zur Blüte?

Die Geigenfeige, wissenschaftlich als ‚Ficus lyrata‘ bekannt, ist nicht nur ein Highlight in der Welt der Zimmerpflanzen, sondern auch ein echter Hingucker in jedem Wohnraum. Mit ihren charakteristisch großen, glänzenden Blättern, die in Form und Struktur einer Geige ähneln, hat sie sich ihren wohlklingenden Namen redlich verdient. 

Geigenfeige: Von der Blüte bis zur Frucht
[@ccelia7280]/Depositphotos.com

Von der seltenen Blüte bis hin zur Frage der Essbarkeit ihrer Früchte – die Geigenfeige ist nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch ein spannendes Forschungsobjekt für jeden Pflanzenliebhaber. Dieser Artikel wird dir einen detaillierten Einblick in die Welt der Geigenfeige geben und dich mit allem Wissenswerten versorgen, damit du lange Freude an deinem grünen Mitbewohner hast.

Kann eine Geigenfeige eine Blüte tragen?

Die Geigenfeige trägt tatsächlich keine Blüten, wie wir sie kennen, denn sie sind nicht von Blütenblättern umgeben, welche in viele Farbvariationen strahlen. Stattdessen bildet die Geigenfeige Fruchtkörper aus. Diese sind in männlichen und weiblichen Formen vorhanden, wobei beide unbestäubt sind. Die Geigenfeige hat ihre ganz eigene Strategie entwickelt, um ihre Fortpflanzung zu sichern.

Der Grund dafür, dass die Geigenfeige keine visuellen Blüten ausbildet, ist einfach: Sie ist nicht darauf angewiesen, eine Vielzahl von Insekten zur Bestäubung anzulocken. Während andere Pflanzen auf farbenprächtige Blüten setzen, um Insekten anzuziehen, wartet die Geigenfeige auf einen ganz bestimmten Gast: eine spezielle Art von Feigenwespe.

Dieses kleine Insekt wird durch bestimmte Botenstoffe, die die Geigenfeige aussendet, angelockt. Die Feigenwespe sorgt dann für die Bestäubung der Pflanze. Ein faszinierendes Wechselspiel von Natur und Evolution, welches zeigt, dass nicht immer das Offensichtliche und Auffällige den Erfolg sichert. 

Empfehlung: Gibst du deinen Pflanzen mal wieder zu viel Wasser? Mit einem Bodenfeuchtigkeitsmessgerät ist es kinderleicht, deine Pflanze zum richtigen Zeitpunkt zu gießen. Den genausten Feuchtigkeitsmesser findest du hier.

Wie sieht die unübliche Blüte bzw. Frucht aus?

Die eigentliche „Blüte“ der Geigenfeige tritt nämlich direkt als Fruchtkörper in Erscheinung. Dieser ist, zumindest in den meisten heimischen Umgebungen, nicht bestäubt und hat Ähnlichkeit mit einer reifen Feige, wie man sie vielleicht aus dem Supermarkt kennt.

Die Blüten, die sich in Form dieser Fruchtkörper zeigen, wachsen in großer Zahl an den Ästen der Geigenfeige. Sie sind hellgrün, meist mit einer kleinen Öffnung, die in Richtung des Stammes weist. Durch sie sendet die Geigenfeige Botenstoffe aus, die eine ganz bestimmte Spezies der Feigenwespe anlocken soll. Die Wespe hat die Aufgabe, durch diese Öffnung in die Blüte einzudringen und so für die Bestäubung zu sorgen.

Da in den meisten heimischen Umgebungen keine Feigenwespen vorhanden sind, bleibt die Bestäubung allerdings aus. Das Resultat? Diese kleinen, hellgrünen Blüten bzw. Fruchtkörper fallen nach einigen Wochen einfach ab ohne zu reifen. Aus botanischer Sicht sind die Früchte der Geigenfeige eigentlich gar keine echten Früchte, wie du sie kennst. Sie sind sogenannte Sykonien – ein spezielles Fruchtgefäß, das aus einem umgekehrten Blütenstand besteht.

Warum die Früchte der Geigenfeige nicht zum Verzehr geeignet sind

Jetzt könntest du denken: „Eine Feige – das klingt doch nach einer leckeren Nascherei!“ Aber halt! Nicht so voreilig! Es gibt klare Gründe, warum du den Früchten der Geigenfeige widerstehen solltest.

Erstens, die Geigenfeige, die in Wohnungen und Häusern gezüchtet wird, bildet selten Früchte aus. Und selbst wenn sie es tut, sind diese Früchte nicht wie die süßen Feigen, die du vielleicht vom Markt oder aus dem Supermarkt kennst. Es handelt sich hierbei um zwei verschiedene Arten. Die für den Verzehr gezüchteten Feigen gehören meist zur Art Ficus carica, während unsere Geigenfeige Ficus lyrata ist.

Zweitens, selbst wenn die Geigenfeige Früchte trägt, sind diese in der Regel nicht essbar. Sie können bitter sein und enthalten möglicherweise Milchsaft, der bei einigen Menschen allergische Reaktionen auslösen kann. Dieser Milchsaft ist in vielen Teilen der Pflanze vorhanden und kann bei Hautkontakt Irritationen verursachen. Daher ist es ratsam, bei der Pflege der Geigenfeige Handschuhe zu tragen.

Drittens: Im Inneren dieser Sykonien (Fruchtkörper) entwickeln sich die eigentlichen Früchte. Aber ohne die passenden Bestäuber, die in ihren natürlichen Lebensräumen vorkommen, werden diese Sykonien selten in unseren Wohnungen reifen.