Zum Inhalt springen
  • Kai 

Was tun, wenn der Gummibaun kahl geworden ist?

Der Gummibaum: Ein grünes Juwel, das in vielen Wohnzimmern und Büros glänzt. Mit seinen glänzenden, dunkelgrünen Blättern und seinem robusten Charakter hat er sich einen festen Platz in den Herzen vieler Pflanzenliebhaber erobert. Doch auch dieser tropische Schönling hat seine Bedürfnisse und Geheimnisse. Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihr Gummibaum plötzlich kahle Stellen zeigt oder wie Sie ihm zu neuer Pracht verhelfen können.

In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Gummibaums ein und zeigen dir was du machen kannst, wenn dein Gummibaum unten kahl geworden ist. Egal, ob Sie ein Anfänger oder ein erfahrener Pflanzenenthusiast sind, hier finden Sie Antworten und Anregungen, um das Beste aus deinem Gummibaum herauszuholen.

Gummibaum ist unten kahl - Was kann ich tun?

Instagram: @slothygraphy

Warum hat der Gummibaum die Blätter verloren?

Du hast dir also einen prächtigen Gummibaum ins Haus geholt, und plötzlich bemerkst du, dass er im unteren Bereich Blätter verliert? Keine Sorge, du bist nicht allein mit diesem Problem. Viele Pflanzenliebhaber stehen vor genau dieser Herausforderung. Aber was sind die Gründe dafür?

Während der kalten Monate benötigt der Gummibaum besondere Aufmerksamkeit. Die Heizungsluft in den Wohnräumen kann sehr trocken sein, was die Pflanze nicht mag. Ein regelmäßiges Besprühen der Blätter mit Wasser kann hier Abhilfe schaffen.

Der Gummibaum mag es nicht, wenn er zu viel oder zu wenig Wasser bekommt. Ein konstantes Bewässerungsmuster ist entscheidend. Stelle sicher, dass die Erde zwischen den Bewässerungen leicht antrocknet, aber nicht völlig austrocknet.

Ja, auch der robuste Gummibaum kann von Schädlingen befallen werden. Überprüfe die Blätter regelmäßig auf Anzeichen von Schädlingen wie Spinnmilben oder Blattläusen.

Verjüngungsschnitt gegen kahle Gummibäume

Auch wenn der Name erst einmal abschreckend klingen mag, ist dieser Schnitt eine bewährte Methode, um dem Gummibaum neues Leben einzuhauchen. Was genau ist der Verjüngungsschnitt? Es handelt sich um einen Schnitt, der am oberen Teil des Gummibaums, dort, wo keine Blätter mehr wachsen, durchgeführt wird. Dieser Schnitt fördert ein dichteres und gesünderes Aussehen.

Es gibt verschiedene Methoden, um den Gummibaum zu verjüngen. Eine der bekanntesten ist das Abmoosen. Bei dieser Methode wird ein Teil der Rinde entfernt und mit Moos umwickelt, um das Wachstum neuer Wurzeln zu fördern, bevor der Gummibaum eingepflanzt wird. Eine weitere Methode ist das Schneiden und Bewurzeln des Kopfstecklings im Wasser. Beide Methoden sind effektiv, aber das Abmoosen wird oft als sicherer und zuverlässiger angesehen.

Empfehlung Für Anfänger und diejenigen, die auf Nummer sicher gehen wollen, empfehlen wir das Abmoosen. Es mag zwar etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, aber die Ergebnisse sind es wert. Und denk daran, bei der Vermehrung des Gummibaums wird oft genau so vorgegangen.

Empfehlung: Gibst du deinen Pflanzen mal wieder zu viel Wasser? Mit einem Bodenfeuchtigkeitsmessgerät ist es kinderleicht, deine Pflanze zum richtigen Zeitpunkt zu gießen. Den genausten Feuchtigkeitsmesser findest du hier.

Das Abmoosen: Die sichere Variante

Beginnen wir mit der Vorbereitung für das Abmoosen des Gummibaums. Welche Materialien werden benötigt? Wir benötigen Sphagnum-Moos, einen Plastikbeutel oder Klarsichtfolie, Gummibänder bzw. Pflanzenbinder und ein scharfes Messer. So wird´s gemacht:

  1. Die richtige Stelle finden: Da wir versuchen den Gummibaum kompakter zu machen, sodass er wieder füllig aussieht, solltest du dir die Stelle aussuchen, ab welcher der Gummibaum für dich akzeptabel aussieht. Den Schnitt setzt du ca. 10 Zentimeter unterhalb dieser Stelle an, sodass überhalb dieser Stelle Schnittstelle nur noch gesundes Blattwerk vorhanden hast.
  2. Schnitt setzen: Nun müssen wir an dieser Stelle eine Fingerbreite der Rinde entfernen. Du kannst Stelle vorsichtig mit dem Messer rings um den Stamm herum abschaben oder zuerst anritzen und vorsichtig abziehen. Achte darauf, dass der Stamm nicht durchgeschnitten wird.
  3. Moos anbringen: Als nächstes lässt du das Moos feucht werden, sodass es sich komplett mit Wasser gesättigt hat. Drücke es leicht aus und bringe es an der offenen Stelle des gerade freigelegten Stammes an. Ähnlich wie beim Stockbrot, sollte das feuchte Sphagnum Moos komplett um den Stamm herum anliegen. Die Moosschicht sollte am besten 10 Zentimeter breit sein.
  4. Mit Plastikfolie schützen: Jetzt umwickelst du alles mit einer Folie oder Tüte, sodass das Moos nicht abfällt oder an der Luft abtrocknet. Die Folie kann mit den Gummibändern angebracht werden. 
  5. Geduld bewahren: Während der Gummibaum an einem hellen Ort steht, regelmäßig den Fortschritt überprüfen. Nach ca. 4 – 5 Wochen sollten sich an dieser Stelle Wurzeln gebildet haben, welche klar durch die Folie zu erkennen sind. Achte während dieser Wochen darauf, dass das Moos feucht bleibt, bei Bedarf solltest du das Moos wieder leicht anfeuchten.
  6. Trennen und Einpflanzen: Sobald kräftige Wurzeln sichtbar sind, kann der neue Pflanzenteil von der Mutterpflanze getrennt und eingepflanzt werden. Schneide den Gummibaum ca. 5 Zentimeter unterhalb der abgemoosten Stelle durch und setze ihn in neue Erde ein. 

Das Abmoosen mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, aber mit ein wenig Geduld und den richtigen Werkzeugen ist es eine sichere Methode, um dem Gummibaum zu neuer Pracht zu verhelfen.

Empfehlung: Du möchtest deine Pflanze vermehren oder sogar abmoosen? Mit Sphagnum Moos kannst du deine Pflanzen abmoosen oder sogar deine Stecklinge bewurzeln lassen. Sphagnum Moos welches auch wir verwenden, haben wir dir hier verlinkt.

Kopfsteckling im Wasser: Eine alternative Methode

Ein Kopfsteckling ist im Grunde die Spitze einer Pflanze. Für den Gummibaum bedeutet das, dass du die oberste Spitze mit 3-4 Blättern abschneidest. Dieser Steckling, mit seinem kleinen Stamm und den Blättern, hat das Potenzial, zu einer neuen, vollwertigen Pflanze heranzuwachsen, welche nicht kahl ist. Bei Bedarf, kannst du auch mehr Blätter am Stamm lassen.

Die Bewurzelung im Wasser bietet den Vorteil, dass du den Fortschritt der Wurzelbildung direkt beobachten kannst. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus einem kleinen Stück der Mutterpflanze neues Leben im Wasser entsteht.

Gummibaum ist unten kahl - Was kann ich tun?

Schritt-für-Schritt Anleitung zur Bewurzelung im Wasser:

  1. Vorbereitung des Stecklings: Schneide die Spitze des Gummibaums so ab, dass du einen Steckling mit 3-4 Blättern und einem 5-10 cm langen Stamm erhältst. Lass den Steckling kurz „ablüften“, sodass die Schnittstelle nicht mehr feucht ist.
  2. Platzierung im Wasser: Stelle den Steckling in ein Glas mit Wasser, sodass nur der Stamm bedeckt ist. Die Blätter sollten nicht im Wasser sein, um Fäulnis zu vermeiden. Da kahl gewordene Gummibäume meist etwas größer sind, solltest du ggf. eine etwas größere Vase zum bewurzeln verwenden und den Kopfsteckling zusätzlichen halt geben.
  3. Pflege während der Bewurzelung: Wechsle das Wasser im Glas wöchentlich, um die Bildung von Bakterien zu verhindern. Stelle das Glas an einen hellen Ort, aber schütze den Steckling vor direkter Mittagssonne. Ein heller Plastikbeutel um den Steckling kann helfen, die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten und die Blätter vor dem Austrocknen zu schützen.
  4. Umpflanzen: Sobald der Steckling kräftige Wurzeln entwickelt hat, die mindestens 5 cm lang sind, ist es Zeit, ihn in Erde zu pflanzen. Wähle einen Topf mit guter Drainage und stelle sicher, dass überschüssiges Wasser abfließen kann.

Vorbeugende Maßnahmen: So bleibt Ihr Gummibaum länger voll

Ein gesunder Gummibaum ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein Zeichen für sorgfältige Pflege. Doch wie kann man sicherstellen, dass der Gummibaum über Jahre hinweg prächtig und voll bleibt? Hier sind einige Tipps, die helfen können:

Ein optimaler Standort ist das A und O für das Wohlbefinden des Gummibaums. Ein heller Platz, ohne direkte Mittagssonne, ist ideal. Die Pflanze liebt das Licht, aber zu viel direkte Sonneneinstrahlung kann die Blätter verbrennen. Ein Ostfenster wäre hierfür perfekt.

Wasser ist lebenswichtig, aber zu viel des Guten kann schädlich sein. Der Gummibaum bevorzugt eine konstante Feuchtigkeit ohne Staunässe. Ein guter Tipp: Fühle mit dem Finger in die Erde. Ist die oberste Schicht trocken, ist es Zeit zu gießen. Aber Vorsicht: Ein durchweichter Boden kann die Wurzeln faulen lassen.

Weitere Pflegetipps, um Blattverlust zu vermeiden

  • Luftfeuchtigkeit: Der Gummibaum mag eine hohe Luftfeuchtigkeit. Besonders in den Wintermonaten, wenn die Heizungsluft trocken ist, kann ein regelmäßiges Besprühen der Blätter hilfreich sein.
  • Düngung: Ein ausgewogener Dünger, der alle 3 bis 4 Wochen während der Wachstumsperiode angewendet wird, versorgt den Gummibaum mit den notwendigen Nährstoffen.
  • Umtopfen: Ein jährliches Umtopfen im Frühjahr gibt dem Gummibaum frische Erde und Raum zum Wachsen.

Empfehlung: Ist deine Pflanze schlapp und wächst nicht mehr? Deine Zimmerpflanze braucht genügend Nährstoffe für ein starkes Wachstum und ein vitales Aussehen. Den effektivsten Grünpflanzendünger findest du hier.