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  • Kai 

Drei Methoden zur Vermehrung des Gummibaums

In der Welt der Zimmerpflanzen gibt es einige Stars, die sich durch ihre Schönheit und Robustheit auszeichnen. Einer dieser Stars ist der Gummibaum, auch bekannt als Ficus elastica. Mit seinen glänzenden, dunkelgrünen Blättern und seiner beeindruckenden Wuchshöhe ist er nicht nur ein echter Hingucker, sondern auch ein Symbol für Wachstum und Vitalität.

Gummibaum vermehren: Kopf- & Blattstecklinge & abmoosen

Instagram: @tizian_lietz

In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf eine Reise in die faszinierende Welt des Gummibaums. Wir teilen Tipps und Tricks, um deinen Gummibaum zu vermehren und ihm das bestmögliche Zuhause zu bieten. Wir stellen dir 3 mögliche Varianten vor, welche du nutzen kannst, um dir deine eigene Jungpflanze zu ziehen.

Der ideale Zeitpunkt zum vermehren des Gummibaums

Wenn du dich entschieden hast, deinen Gummibaum zu vermehren, ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt dafür zu wählen. Denn wie bei vielen Dingen im Leben, kann das Timing den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.

Der Frühling und der frühe Sommer sind die besten Zeiten, um deinen Gummibaum zu vermehren. Während dieser Monate ist die Pflanze in ihrer aktiven Wachstumsphase, was bedeutet, dass sie schneller Wurzeln schlagen und sich besser an ihre neue Umgebung anpassen kann. Außerdem sind die Temperaturen milder und die Tage länger, was der Pflanze zusätzliche Energie durch das Sonnenlicht gibt.

Wenn du darüber nachdenkst, deinen Gummibaum umzutopfen, könnte dies auch ein guter Zeitpunkt für die Vermehrung sein. Beim Umtopfen hast du bereits direkten Zugang zu den Wurzeln und Stielen der Pflanze, was den Prozess erleichtert. Außerdem kann das Umtopfen in Kombination mit der Vermehrung dazu beitragen, dass beide Pflanzen – das Original und der neue Spross – in frischer Erde gedeihen und einen gesunden Start haben.

3 Vermehrungsmethoden für neue Jungpflanzen

Du hast also beschlossen, deinen geliebten Gummibaum zu vermehren. Eine kluge Entscheidung! Es gibt verschiedene Methoden, um diesen grünen Koloss zu vervielfältigen, und jede Methode hat ihre eigenen Vorteile. Wir empfehlen dir bei jedem Schritt der Vermehrung Handschuhe anzuziehen, da der Saft des Gummibaums zu Hautirritationen führen kann.

Die Stecklingsvermehrung ist wohl die bekannteste und am häufigsten angewandte Methode. Eine andere interessante Methode ist das Abmoosen. Hierbei wird ein Schnitt in den Stamm der Pflanze gemacht, und dieser Bereich wird dann mit Moos bedeckt und in Plastikfolie gewickelt. Schließlich gibt es noch die Methode der einzelnen Blattstecklinge. Dabei wird ein gesundes Blatt von der Pflanze abgeschnitten und in Erde oder Wasser gepflanzt, um Wurzeln zu bilden. 

Empfehlung: Gibst du deinen Pflanzen mal wieder zu viel Wasser? Mit einem Bodenfeuchtigkeitsmessgerät ist es kinderleicht, deine Pflanze zum richtigen Zeitpunkt zu gießen. Den genausten Feuchtigkeitsmesser findest du hier.

Methode 1: Stecklingsvermehrung

Die Vermehrung des Gummibaums durch Stecklinge ist eine der beliebtesten Methoden, um neue Pflanzen zu gewinnen. Sie ist nicht nur effektiv, sondern auch faszinierend, da man aus einem kleinen Stück der Mutterpflanze ein neues grünes Leben entstehen lassen kann.

Schritt 1: Steckling auswählen und schneiden
Am einfachsten hast du es, wenn du einen Kopfsteckling schneidest, also die Spitze des Gummibaums mit 3 – 4 Blätter abschneidest. Alternativ können auch mehrere Stammstecklinge geschnitten werden. 

Schneide die Stecklinge einen Zentimeter über einem Blattansatz durch und entferne das darüberliegende Blatt. So erhältst du einen Steckling mit mindestens 2 Blättern und einem 5 bis 10 Zentimeter langem Stamm. Die Schnittstellen haben wir dir hier rot markiert. 

Gummibaum vermehren: Kopf- & Blattstecklinge & abmoosen

Schritt 2: Den Gummibaum Steckling in Wasser stellen
Nachdem der Steckling geschnitten wurde und etwas Flüssigkeit aus den Schnittstellen entwichen ist, musst du den Steckling im Wasser bewurzeln lassen. Fülle so viel Wasser in ein Glas, sodass nur der Stamm bedeckt wird und die Blätter trocken bleiben.

Schritt 3: Pflege während der Bewurzelung
Wechsel das Wasser mindestens einmal pro Woche aus, sodass sich keine Bakterien ansammeln und den Steckling infizieren. Stelle das Glas an einen hellen Standort, aber vermeide die direkte Sonne während der Mittagszeit. Zusätzlich sollte der gesamte Steckling in eine helle Tüte gepackt werden, sodass die Luftfeuchtigkeit sehr hoch bleibt und die Blätter nicht austrocknen.

Schritt 4: Umpflanzen
Sobald der Steckling im Wasser kräftige Wurzeln entwickelt hat, kann er in Erde umgepflanzt werden. Es dauert meist 4 bis 6 Wochen, bis der Steckling genug Wurzeln gebildet hat, um in sein neues Zuhause eingepflanzt zu werden. Achte darauf, dass die Erde eine sehr gute Drainage hat und der Topf über Drainagelöcher verfügt, sodass der Steckling nicht in angestauter Feuchtigkeit steht. 

Empfehlung: Die Schnittstelle deiner Pflanze liegt offen und ungeschützt? Mit Baumwachs kannst du offene Schnittflächen versiegeln, sodass die Pflanze nicht austrocknet oder von krank wird. Ein natürliches Wundverschlussmittel haben wir dir hier verlinkt.

Methode 2: Den Gummibaum abmoosen

Das Abmoosen ist eine alte und bewährte Methode, um Pflanzen zu vermehren. Dabei wird die Rinde am Stamm oder Ast der Mutterpflanze entfernt, ohne den Stam komplett zu durchtrennen. Der Schnittbereich wird dann mit feuchtem Moos umwickelt und mit Plastikfolie umgeben. Für den Gummibaum ist es die sicherste Variante der Vermehrung. Wir zeigen dir genau wie es funktioniert. 

Schritt 1: Werkzeuge und Materialien
Besorge dir ein scharfes Messer oder eine Gartenschere, frisches Sphagnum-Moos, Plastikfolie oder einen durchsichtigen Plastikbeutel und Gummibänder oder Pflanzenbinder. Bevor du loslegst, solltest du das Messer noch schärfen und desinfizieren. 

Schritt 2: Auswahl der Schnittstelle 
Wähle einen gesunden, kräftigen Ast oder Stammteil des Gummibaums aus. Dieser sollte mindestens einen Durchmesser von 1-2 cm haben und frei von Krankheiten oder Schädlingen sein. Die Rinde wird zwischen zwei Blattknoten entfernt und oberhalb der Schnittstelle, sollten mindestens zwei Blätter vorhanden sein.

Schritt 3: Den schnitt setzen
Zwischen zwei Blattknoten musst du nun 3 Schnitte setzen. Den ersten Schnitt setzt du horizontal, unterhalb eines Blattknotens an und schneidest rings um den Stamm herum. Der zweite Schnitt wird 2 bis 3 Zentimeter unterhalb angesetzt und ebenfalls rings herum um den Stamm geschnitten. Nun werden beide horizontale Schnitte mit einem vertikalen Schnitt verbunden, sodass die Rinde vorsichtig abgelöst werden kann. 

Schritt 4: Die Rinde vom Stamm lösen
Versuche die Rinde vorsichtig mit dem Messer zu lösen ohne den Stamm zu stark zu beschädigen. Alternativ kannst du auch versuchen den Stamm wie eine Kartoffel zu schälen, um die Rinde abzutragen.  

Schritt 5: Moos vorbereiten und anbringen
Nur wird das Sphagnum-Moos in Wasser eingeweicht, bis es vollständig gesättigt ist. Drücke überschüssiges Wasser aus dem Moos und wickle es fest um den Schnittbereich, sodass dieser vollständig bedeckt ist. Das Moos sollte eine Dicke von mindestens 3-4 cm haben.

Schritt 6: Mit Plastikfolie umwickeln
Wickel die Plastikfolie oder den Plastikbeutel fest um das Moos, sodass eine luftdichte Umgebung entsteht. Dies hält die Feuchtigkeit im Moos und fördert die Wurzelbildung. Befestige die Enden der Folie mit Gummibändern oder Pflanzenbindern, um sicherzustellen, dass nur wenig Luft eindringt. 

Schritt 7: Warten und beobachten 
Platziere den Gummibaum an einen hellen Standort, aber vermeide direkte Sonneneinstrahlung, die das Moos austrocknen könnte. Überprüfe jede Woche den Fortschritt, indem du vorsichtig einen Teil der Plastikfolie öffnest. Achte darauf, dass sich im Moosbereich Wurzeln bilden. Trocknet das Moss aus, solltest du immer wieder neues Wasser in den Beutel geben.

Schritt 8: Trennen und Einpflanzen
Sobald sich kräftige Wurzeln gebildet haben, die mindestens 2-3 cm lang sind, kannst du den neuen Pflanzenteil vorsichtig von der Mutterpflanze trennen. Pflanze den neuen Gummibaum-Teil in einen Topf mit gut durchlässiger Erde. Achte darauf, dass der Topf über Abflusslöcher verfügt, um Staunässe zu vermeiden.

Empfehlung: Du möchtest deine Pflanze vermehren oder sogar abmoosen? Mit Sphagnum Moos kannst du deine Pflanzen abmoosen oder sogar deine Stecklinge bewurzeln lassen. Sphagnum Moos welches auch wir verwenden, haben wir dir hier verlinkt.

Methode 3: Einzelne Blattstecklinge

Du möchtest deinen Gummibaum auf eine ganz besondere Art und Weise vermehren? Dann ist die Vermehrung durch einzelne Blattstecklinge genau das Richtige für dich. Diese Methode ist nicht nur faszinierend, sondern auch effektiv. Lass uns gemeinsam in die Welt der Blattstecklinge eintauchen!

Schritt 1 Gesunde Blätter auswählen:
Der erste Schritt ist natürlich die Auswahl des richtigen Blattes. Achte darauf, dass das Blatt gesund, kräftig und frei von Schädlingen oder Krankheiten ist. Ein mittelgroßes Blatt, das noch nicht sein volles Wachstumspotenzial ausgeschöpft hat, eignet sich am besten.

Schritt 2 Einzelnes Blatt in Anzuchterde oder Wasser bewurzeln:
Nachdem du das perfekte Blatt ausgewählt hast, schneide es vorsichtig mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere ab. Lass etwa 2-3 cm des Stiels am Blatt. Nun hast du zwei Möglichkeiten: Du kannst das Blatt entweder direkt in Anzuchterde stecken oder es in ein Glas Wasser stellen, um es zu bewurzeln. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. In Erde bewurzelte Blätter entwickeln oft schneller Wurzeln, während Wasser dir den Vorteil bietet, das Wurzelwachstum direkt zu beobachten.

Schritt 3 Pflege während der Bewurzelung:
Unabhängig von der gewählten Methode ist es wichtig, den Steckling gut zu pflegen. Stelle sicher, dass er genügend Licht bekommt, aber vermeide direkte Sonneneinstrahlung. Wenn du dich für die Wasser-Methode entschieden hast, wechsle das Wasser alle paar Tage aus, um die Bildung von Bakterien zu verhindern. Bei der Erde-Methode solltest du darauf achten, dass die Erde immer leicht feucht, aber nicht nass ist.

Schritt 4 Umpflanzen:
Sobald der Blattsteckling kräftige Wurzeln entwickelt hat, ist es Zeit, ihn in einen größeren Topf mit guter Erde umzupflanzen. Achte darauf, dass der Topf Drainagelöcher hat, um Staunässe zu vermeiden. Gib dem jungen Gummibaum genügend Zeit, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen, und bald wirst du sehen, wie er zu einer prächtigen Pflanze heranwächst.

Empfehlung: Sind deine Jungpflanzen nicht kraftvoll? Mit einer nährstoffarmen Anzuchterden, förderst du das Wurzelwachstum deiner Aussaat und stärkst sie für die bevorstehende Vegetationsphase! Die beste Anzuchterde findest du hier.

Pflegetipps kurz nach der Vermehrung

Ein gesunder Gummibaum ist nicht nur ein Blickfang in jedem Raum, sondern auch ein Zeichen für die richtige Pflege und Aufmerksamkeit, die ihm gewidmet wurde. Hier sind einige bewährte Tipps, um sicherzustellen, dass dein Gummibaum in bester Verfassung bleibt:

Nachdem der Gummmibaum vermehrt wurde, sollte er in den ersten 2 Monaten nicht gedüngt werden. Die frische Erde reicht vollkommen aus, um den Gummibaum die ersten zwei Monate mit Nährstoffen zu versorgen. Eine zu frühe Düngung könnten den Boden versalzen und die noch jungen Wurzeln beschädigen.

Der Gummibaum liebt helles, indirektes Licht. Ein Standort in der Nähe eines Ostfensters, wo er morgendliches Sonnenlicht genießen kann, ist ideal. Vermeide direkte Mittagssonne, da sie die Blätter verbrennen kann. Wenn der Gummibaum zu wenig Licht bekommt, kann er seine charakteristischen dunklen Blätter verlieren.

Gieße den Gummibaum in den ersten Monate nur oberflächlich, denn das Wurzelsystem wird wahrscheinlich den Grund des Bodens noch nicht erreicht haben. Sickert, dass Gießwasser aus den Drainagelöchern, solltest du beim nächsten Mal etwas weniger Gießen.

Empfehlung: Ist deine Pflanze schlapp und wächst nicht mehr? Deine Zimmerpflanze braucht genügend Nährstoffe für ein starkes Wachstum und ein vitales Aussehen. Den effektivsten Grünpflanzendünger findest du hier.

In welche Erde pflanze ich die Stecklinge?

Die Wahl der richtigen Erde ist entscheidend für das erfolgreiche Anwachsen und die Gesundheit deiner Gummibaum-Stecklinge. Hier sind einige Tipps, um sicherzustellen, dass deine Stecklinge die besten Startbedingungen haben:

Wenn es darum geht, deinen Gummibaum-Steckling zu bewurzeln, sind Anzuchterde oder Kokoserde die besten Optionen. Beide Erden bieten eine leichte und luftige Struktur, die es den jungen Wurzeln ermöglicht, sich leicht auszubreiten und gleichzeitig die benötigte Feuchtigkeit zu speichern.

Nachdem die Stecklinge Wurzeln geschlagen haben, benötigen sie eine stabilere und nährstoffreichere Umgebung. Hier empfehlen wir eine spezielle Erdmischung: Verwende 1/2 hochwertige Blumenerde oder Kübelpflanzenerde. Füge 1/4 Perlit hinzu, um die Drainage zu verbessern und die Belüftung der Wurzeln zu gewährleisten. Vermische dies mit 1/4 Sand, um die Struktur der Erde zu lockern und Staunässe zu verhindern.

Egal, wie gut deine Erde ist, ohne den richtigen Topf wird es schwierig, einen gesunden Gummibaum zu züchten. Wähle immer einen Topf mit Drainagelöchern. Diese Löcher verhindern, dass überschüssiges Wasser sich am Boden des Topfes staut, was Wurzelfäule verursachen könnte. Für die Stecklinge sollte der Topf nicht zu groß sein, damit sich keine Staunässe bilden kann.

Häufige Probleme und Lösungen bei der Vermehrung

Der Gummibaum, wie der Name schon sagt, produziert einen milchigen Saft, der als Latex bekannt ist. Dieser Saft kann bei einigen Menschen Hautirritationen verursachen. Daher ist es ratsam, beim Schneiden von Stecklingen Handschuhe zu tragen. Sollte der Saft auf die Haut gelangen, einfach gründlich mit Wasser abwaschen.

Wie alle Pflanzen kann auch der Gummibaum von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Gelbe Blätter können ein Zeichen für Überwässerung sein, aber auch für einen Befall mit Blattläusen oder Spinnmilben. Bei Verdacht auf Schädlinge die Pflanze gründlich inspizieren und gegebenenfalls mit einem sanften Insektizid behandeln. Bei Pilzinfektionen, die oft durch zu viel Feuchtigkeit verursacht werden, hilft das Reduzieren der Bewässerung und das Umtopfen in frische Erde.