Gurken Düngen + Kaffeesatz, Hausmittel & DIY Dünger
Gurken zählen zu den Highlights im heimischen Garten und auf dem sonnigen Balkon. Doch um aus kleinen Gurkenpflanzen üppige Ranken voll saftiger Früchte heranzuziehen, bedarf es mehr als nur Wasser und Sonnenlicht. Erst eine gezielte und ausgewogene Düngung lässt deine Gurken prächtig wachsen. Wie eine solche Düngung aussieht und welche Alternativen du hast, werden wir dir in diesem Beitrag erklären.

Nährstoffbedarf von Gurken
Gurken sind Starkzehrer, was bedeutet, dass sie eine hohe Menge an Nährstoffen aus dem Boden aufnehmen. Im Herzen ihrer Nährstoffbedürfnisse stehen die drei essenziellen Makronährstoffe: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K), die zusammen das Fundament für ein ertragreiches Wachstum bilden.
Stickstoff fördert das Blattwachstum, Phosphor unterstützt das Wurzelwachstum und die Fruchtbildung, und Kalium ist entscheidend für die Wasserregulation in der Pflanze. Kalium ist für unsere Gurken von besonderer Bedeutung, da sie im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen einen deutlich höheren Wasserbedarf haben.
Düngen vor der Pflanzung
Eine effektive Bodenvorbereitung für Gurken im Beet erfordert die Einarbeitung von organischem Dünger, wie Kompost, Naturdünger oder gut zersetztem Mist (3kg pro m²), etwa einen Monat vor dem Einpflanzen. Dies fördert das Bodenleben entscheidend, da die Bodenmikroorganismen den Dünger zersetzen und somit die Nährstoffe für die Gurkenpflanzen verfügbar machen. Du pflanzt deine Gurken nicht im Beet, sondern im Hochbeet oder im Topf an? Dann schau in den verlinkten Beiträgen vorbei, denn hierfür müssen wir die Düngung etwas anpassen.
Organischer Dünger verbessert zudem die Bodenstruktur, erhöht die Wasserhaltefähigkeit und optimiert die Bodenbelüftung, was insbesondere die Wurzelentwicklung der Gurken fördert. Nach der ersten Düngung empfiehlt es sich, das Beet mit Stroh oder Rasenschnitt zu mulchen, um Austrocknung zu verhindern und die Nährstoffumsetzung zu verbessern.
Ernte knackige Gurken wie ein Profi
Entdecke hier wie!
Düngen während der Kulturzeit
Während junge Gurkenpflanzen, die noch keine 50 cm erreicht haben, keiner zusätzlichen Düngung bedürfen, ändert sich dies, sobald die Pflanze größer wird. Es gibt grundsätzlich zwei Methoden, die Nährstoffzufuhr während der Kulturzeit zu gewährleisten: die Ausbringung von organischem Dünger, alle zwei Monate oder die Unterstützung mit mineralischem Flüssigdünger alle 14 Tage.
Wir empfehlen für Gurken im Beet, auf eine organische Düngung zu setzen. Nutze für deine Gurken einen Naturdünger, welcher aus rein organischen und natürlichen Stoffen hergestellt wurde. Die Organismen im Boden zersetzen den Dünger, wodurch die Gurken ideal mit Nährstoffen versorgt werden. Ebenso gut für eine Düngung von Gurken eignet sich Tomatendünger, welcher alle notwendigen Nährstoffe zur Verfügung stellt.
Fakten zum Bodenleben: Ein gesunder Boden ist für die direkte Nährstoffversorgung der Gurkenpflanzen essenziell, denn ein gesunder Boden ist voller Organismen. Regenwürmer beispielsweise sind eine wertvolle Quelle für Kalium, welches wie bereits erwähnt äußerst wichtig ist für unsere Gurken. Durch ihren Tunnelbau scheiden sie Kalium aus, das von den Gurkenpflanzen effektiv genutzt werden kann. Je nach Umgebung und Bodenaktivität, kann also auch eine rein organische Düngung mehr Vorteile verschaffen.
Mit Hornspänen düngen
Hornspäne, die zu etwa 80 % aus organischer Substanz bestehen, zeichnen sich durch ihren hohen Stickstoffgehalt sowie geringere Anteile an Phosphor und Kalium aus. Die Langzeitwirkung der Hornspäne, bei der die Freisetzung der Nährstoffe kann bis zu drei Monate in Anspruch nehmen. Hornspäne sind für eine kurzfristige Düngung der Gurke eher ungeeignet und sollten bei derzeitig kultivierten Pflanzen nicht genutzt werden.
Dennoch bieten Hornspäne einen bedeutenden Vorteil für die Bodenqualität im langfristigen Anbau. Ihre Anwendung nach der Kulturzeit von Gurken kann den Boden gut auf das folgende Jahr vorbereiten. So wird der Boden mit einer nachhaltigen Quelle an Stickstoff versorgt, die über einen längeren Zeitraum hinweg zur Verfügung steht und somit die Grundlage für gesundes Pflanzenwachstum und ein gesünderes Bodenleben im nächsten Jahr schafft.

Gurkendünger selbst herstellen
Um deine Gurkenpflanzen optimal zu versorgen und ihr Wachstum sowie die Fruchtbildung zu fördern, bieten sich natürliche Düngemittel an, die du leicht selbst herstellen kannst. Im Folgenden stellen wir dir zwei bewährte Methoden vor: die Anreicherung des Bodens mit selbst gemachtem Kompost und die Versorgung deiner Gurken mit nährstoffreicher Brennnesseljauche.
Kompostdünger
Der erste Schritt besteht darin, einen Kompostbehälter zu bauen oder zu kaufen und organische Küchen- sowie Gartenabfälle zu sammeln. Dazu zählen Gemüsereste, Obstschalen, Kaffeesatz, Eierschalen, Laub, Grünschnitt und klein geschnittene Zweige. Diese Materialien sollten geschichtet werden, wobei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen stickstoffreichen „grünen“ Materialien und kohlenstoffreichen „braunen“ Materialien eingehalten werden sollte.
Eine gute Regel ist, auf jede Schicht „Grün“ zwei Schichten „Braun“ zu folgen. Der Komposthaufen muss feucht gehalten werden, um die Zersetzung zu fördern. Nach einigen Monaten, sobald der Kompost dunkel, krümelig und erdig riecht, kann er etwa 10 bis 15 cm tief in das Gurkenbeet eingearbeitet werden, um eine reiche Nährstoffgrundlage zu schaffen.
Brenesseljauche
Für eine sofort verfügbare Nährstoffzufuhr bietet sich die Herstellung von Jauche an. Wähle geeignete Pflanzenreste wie Gemüseabfälle oder Kräuter aus. Brennnesseln und Beinwell sind besonders nährstoffreich und fördern das Wachstum und die Fruchtbildung der Gurken.
Für die Jauche verwendest du 1 kg frische oder 100 bis 200 g getrocknete Pflanzen auf 10 l Wasser. Decke alles luftdurchlässig ab und rühre die Jauche alle paar Tage um, um den Gärprozess zu unterstützen. Nach etwa zwei Wochen ist die Jauche bereit zur Anwendung. Verdünne sie im Verhältnis 1:5 mit Wasser und gieße deine Gurkenpflanzen direkt am Wurzelbereich. Diese nährstoffreiche Flüssigkeit unterstützt die Gurken während ihrer Wachstums- und Fruchtphase effektiv.
Gurken mit Hausmitteln düngen
Die Verwendung von Hausmitteln zur Düngung von Gurken ist eine ökologisch nachhaltige und effektive Methode, um die Bodenqualität zu verbessern und das Pflanzenwachstum zu fördern, ohne auf chemische Düngemittel zurückgreifen zu müssen. Kaffeesatz und Eierschalen sind beispielhafte, leicht verfügbare Materialien, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch den Nährstoffbedarf der Gurkenpflanzen auf natürliche Weise ergänzen.
Mit Kaffeesatz düngen
Die Nutzung von Kaffeesatz als Dünger für Gurken bietet eine nachhaltige Methode, um den Nährstoffbedarf unserer Gurken zu ergänzen. Als alleiniger Dünger eignet er sich jedoch nicht. Kaffeesatz ist reich an Stickstoff und mit Spuren von Phosphor und Kalium, welches sich positiv auf das Wachstum und die Fruchtentwicklung der Gurken auswirkt.

Beginne damit, den Kaffeesatz nach dem Gebrauch zu sammeln und zu trocknen, damit er nicht schimmelt. Sobald ein kleiner Beutel Kaffeesatz gesammelt wurde, lässt sich eine halbe Zentimeter dicke Schicht auf der Oberfläche des Beets verteilen und vorsichtig mit einer Harke einarbeiten. Nach der Einarbeitung solltest du den Boden leicht wässern, sodass sich dein organischer Dünger im Boden festsetzt. Kaffeesatz sollte nicht zu häufig angewendet werden, denn er enthält auch Koffein, welches für viele Organismen schädlich ist. Belasse die Ausbringung von Kaffeesatz bei maximal 2 mal pro Wachstumsperiode.
Mit Eierschalen düngen
Eierschalen stellen eine hervorragende Quelle für Kalzium dar und können effektiv genutzt werden, um den Boden in Gurkenbeeten zu verbessern. Obwohl Eierschalen nicht als direkter Dünger im klassischen Sinne dienen, leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur indirekten Nährstoffversorgung der Gurkenpflanzen, indem sie ein gesünderes Wurzelumfeld fördern.
Für eine effiziente Nutzung sollten Eierschalen vor der Anwendung zermahlen werden. Dies beschleunigt die Freisetzung von Kalzium und erleichtert die Aufnahme im Boden. Eine Alternative zur direkten Anwendung ist das Kompostieren der Eierschalen über einige Monate, was sie zu einer direkten Nährstoffversorgung macht.
