Gurken: Mehltau, Mosaikvirus, Gurkenwelke bekämpfen
Gurken sind nicht nur ein leckerer und erfrischender Bestandteil unseres Speiseplans, sondern auch eine beliebte Wahl für viele Hobbygärtner. Doch der Anbau dieser grünen Schönheiten kann durch verschiedene Krankheiten und Schädlinge schnell zur Herausforderung werden. Von Mehltau, Gurkenwelke über die Blattfleckenkrankheit bis hin zum Gurkenmosaikvirus. Die Liste der potenziellen Probleme ist lang und kann den Traum von der eigenen Gurkenernte schnell zunichte machen.

Mehltau an Gurkenpflanzen
Mehltau auf Gurkenpflanzen kann sehr problematisch sein, aber es gibt effektive Methoden, um ihn zu bekämpfen und zukünftige Ausbrüche zu verhindern. Zuerst ist es wichtig, zwischen echtem und falschem Mehltau zu unterscheiden, da die Behandlungen variieren. Die Übertragung von Mehltau erfolgt häufig durch Wind oder Wasserspritzer, wobei Mehltau-Pilze oft spezifisch für bestimmte Pflanzen sind.
Echter Mehltau
Echter Mehltau erscheint als weißlicher Belag auf der Blattoberseite und lebt auf der Pflanzenoberfläche, während falscher Mehltau ein Endoparasit ist, der im Inneren der Blätter lebt und oft erst sichtbar wird, wenn der Schaden bereits fortgeschritten ist.

Für die Behandlung von echtem Mehltau auf Gurkenpflanzen kannst du eine Milch-Wasser-Lösung im Verhältnis 1:9 verwenden. Die Milchsäurebakterien in der Milch wirken antimikrobiell und das Sonnenlicht erhöht die Effektivität dieser Methode. Eine weitere Option ist die Anwendung einer Backpulverlösung (1 bis 2 Teelöffel auf 4 Liter Wasser), die das pH-Gleichgewicht auf den Blättern ändert und das Pilzwachstum hemmt.
Ernte knackige Gurken wie ein Profi
Entdecke hier wie!
Falscher Mehltau
Falscher Mehltau ist eine Herausforderung für Gärtner, da er als Endoparasit innerhalb der Blätter lebt und sich erst in fortgeschrittenen Stadien an der Oberfläche zeigt. Zu diesem Zeitpunkt ist oft bereits ein Großteil des Pflanzengewebes befallen.

Gegen falschen Mehltau kann Schachtelhalmtee helfen. Bereite ihn zu, indem du 100 Gramm Schachtelhalm für 24 bis 48 Stunden in 2 Litern Wasser einweichst, siebe dann die Feststoffe ab und verwende den Tee zum Besprühen der Pflanzen. Die Kieselsäure im Schachtelhalm stärkt die Zellwände der Pflanzen, macht sie resistenter gegen den falschen Mehltau und fördert gleichzeitig die allgemeine Gesundheit und Vitalität der Pflanzen. Der Tee wirkt fungizid und kann dabei helfen, den Pilz direkt auf den Blättern abzutöten.
Gurkenwelke bekämpfen
Gurkenwelke ist eine ernsthafte Krankheit, die durch Pilze, Bakterien und Viren verursacht werden kann und sich durch das Welken der Blätter und später der ganzen Pflanze zeigt. Die Blätter können gelblich werden oder braune Flecken entwickeln. Besonders bei starker Sonneneinstrahlung oder Wassermangel können ähnliche Symptome auftreten. Ein klarer Hinweis auf Gurkenwelke ist, dass zunächst nur einzelne Pflanzen betroffen sind, während benachbarte gesund bleiben.

Die Bekämpfung der Gurkenwelke, sobald sie auftritt, besteht meistens darin, betroffene Pflanzen zu entfernen und sicher zu entsorgen, da die Krankheit nicht rückgängig gemacht werden kann und die Gefahr besteht, dass sie sich weiter ausbreitet. Es ist wichtig, alle Teile der infizierten Pflanzen, einschließlich der Wurzeln und des umgebenden Bodens, gründlich zu entfernen und sie nicht auf dem Kompost zu entsorgen. Um Gurkenwelke vorzubeugen, sind mehrere Maßnahmen empfehlenswert:
- Bodenstruktur verbessern: Sorge für eine gute Drainage und belüftete Erde, um das Risiko von Staunässe und damit verbundenen Krankheiten zu reduzieren.
- Veredlung: Veredle Gurkenpflanzen mit widerstandsfähigen Arten wie Kürbispflanzen, um von deren natürlicher Resistenz zu profitieren.
- Fruchtfolge beachten: Wechsele regelmäßig den Standort deiner Gurkenpflanzen, um eine Ansammlung spezifischer Krankheitserreger im Boden zu vermeiden.
- Resistente Sorten wählen: Setze auf Sorten wie ‚Marketmore 76‘, ‚Diva‘ und ‚County Fair 83‘, die bekannt dafür sind, eine bessere Resistenz gegenüber der Gurkenwelke zu haben.
Gurkenmosaikvirus
Der Gurkenmosaikvirus (CMV) stellt eine bedeutende Bedrohung für Gurkenpflanzen dar, indem er schwerwiegende Wachstumsstörungen wie Zwergwuchs, Deformitäten und Missbildungen an Blättern und Blüten verursacht.
Erkennen kannst du das Gurkenmosaikvirus an seinen charakteristischen Symptomen, die vor allem an jungen Blättern sichtbar werden. Achte auf hell- und dunkelgrüne Flecken, die sich häufig nahe den Wachstumspunkten zeigen. Im Sommer treten diese Symptome typischerweise nach 2-3 Wochen auf, während sie im Winter etwa einen Monat benötigen, um sichtbar zu werden. Die Blätter wirken oft gekräuselt oder verformt, und die Blüten können missgestaltet sein, klein bleiben oder sich nicht öffnen, was zu einer reduzierten Fruchtbarkeit oder gar Fruchtlosigkeit führt.
Da eine direkte Bekämpfung des Gurkenmosaikvirus nicht möglich ist, liegt der Fokus auf der Verhinderung der Ausbreitung und der Minimierung des Risikos weiterer Infektionen. Infizierte Pflanzen sollten sofort entfernt und sicher entsorgt werden. Verpacke die betroffenen Pflanzenteile in Plastikbeutel und entsorge sie über den Restmüll, um eine weitere Kontamination zu verhindern. Erneuere auch die Erde großzügig in welcher die betroffene Gurkenpflanze kultiviert wurde.
Blattfleckenkrankheit bekämpfen
Blattfleckenkrankheit auf Gurkenpflanzen, verursacht durch Pilze wie ulocladium und alternaria, ist an dunklen Flecken auf den Blättern erkennbar, die sich schnell ausbreiten können. Diese Krankheit kann erheblichen Schaden anrichten, indem sie die Photosynthese behindert und die Produktivität deiner Gurken mindert.

Zur Bekämpfung der Blattfleckenkrankheit ist es wichtig, infizierte Pflanzenteile sofort zu entfernen, um die Ausbreitung der Sporen zu verhindern. Beim Gießen solltest du darauf achten, die Blätter nicht zu benetzen und stattdessen eine Tropfbewässerung oder das Gießen an der Basis der Pflanzen zu bevorzugen, um das feuchte Umfeld, das Pilze bevorzugen, zu vermeiden. Auch eine gute Belüftung ist entscheidend, daher solltest du genügend Platz zwischen den Pflanzen lassen.
