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  • Kai 

Gurken vorziehen, pflanzen & pflegen – Alles im Überblick


Der Anbau von Gurken kann ein erfüllendes und zugleich herausforderndes Vorhaben sein, da diese Pflanzen spezielle Pflege und die richtigen Bedingungen benötigen, um erfolgreich zu gedeihen. In diesem Beitrag erhältst du umfassende Informationen zu jedem Aspekt des Gurkenanbaus, von der Aussaat und Keimung bis hin zur Pflege und Ernte.

Gurken vorziehen, pflanzen & pflegen - Alles im Überblick
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Vorziehen & Auspflanzen

  • Saattiefe: 1-2 cm
  • Aussaat: Ende März / Mitte April
  • Keimdauer: 7 Tage
  • Pflanzabstand: 40 – 60 cm
  • Topfgröße: Mind. 20 l

Beginne die Gurkenaussaat zwischen Ende März und Mitte April in hochwertiger Anzuchterde oder Kokoserde. Säe die Samen 1-2 Zentimeter tief ein, befeuchte die Erde gründlich und platziere den Behälter an einem hellen Ort, idealerweise auf einer sonnigen Fensterbank. Sobald die Sämlinge zwei echte Blätter entwickelt haben, pikiere die kräftigsten in saubere Töpfe mit nährstoffreicher Erde, um das Wurzelwachstum zu fördern. Das leichte Beschädigen der Wurzeln beim Umpflanzen stimuliert zusätzliches Wachstum.

Um vorgezogene Gurkenpflanzen erfolgreich ins Freiland zu überführen, wähle den Zeitpunkt Mitte Mai. Die Temperaturen für Gurken, dürfen Nachts nicht mehr unter 10° C liegen. Achte darauf, dass die Pflanzen vor dem Auspflanzen eine Höhe von 20 bis 30 Zentimetern erreicht haben. Beim Einpflanzen im Beet halte einen Abstand von 40 bis 60 Zentimetern zwischen den Pflanzen ein und achte auf gute Nachbarn für deine Gurken. Für die Kultivierung in Töpfen verwende Gefäße mit mindestens 20 Litern Fassungsvermögen, um genug Raum für Wurzelwachstum und Feuchtigkeitsspeicherung zu gewährleisten. In dem Beitrag „Gurken vorziehen„, haben wir dir alle Informationen ausführlich aufbereitet.

Empfehlung: Sind deine Jungpflanzen nicht kraftvoll? Mit einer nährstoffarmen Anzuchterden, förderst du das Wurzelwachstum deiner Aussaat und stärkst sie für die bevorstehende Vegetationsphase! Die beste Anzuchterde findest du hier.

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[@tchara] / Depositphotos.com

Der richtige Standort für Gurken

  • Standort: sonnig
  • Lichtstunden: mind. 6 Std.

Für das erfolgreiche Wachstum von Schlangengurken ist der richtige Standort entscheidend. Gurken bevorzugen warme, lichtreiche und windgeschützte Plätze mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ein sonniger Standort, an dem die Gurken mindestens 5-6 Stunden Sonnenlicht pro Tag erhalten, ist ideal. Ein Gewächshaus bietet optimale Bedingungen, da es Wärme und Feuchtigkeit konstant hält.

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Rankhilfen für Gurken

Rankhilfen sind entscheidend für den erfolgreichen Gurkenanbau, da sie die Pflanzen unterstützen und eine optimale Ernte ermöglichen. Die Wahl der Rankhilfe hängt von den individuellen Vorlieben, dem verfügbaren Platz und dem Budget ab. Für mehr Informationen zu Rankhilfen für Gurken, besuch doch einfach unseren ausführlichen Beitrag, welcher eine Rankhilfe für jeden Standort bereithält.

  • Rankgitter sind klassisch und stabil. Sie eignen sich für das Beet, Hochbeet oder große Topfkulturen.
  • Ranknetze sind flexibler und leichter. Sie können zwischen Pfosten gespannt im Hochbeet oder an der Decke im Gewächshaus befestigt werden.
  • Schnüre können ebenfalls als einfache Rankhilfe verwendet werden im Gewächshaus.
  • Gurkentürme sind Premium Rankhilfen. Sie sehen gut aus, nutzen den Platz effektiv, aber kosten in der Regel etwas mehr.
  • Spaliere sind sowohl funktional als auch dekorativ und einsetzbar bei allen Kultivierungsarten

Empfehlung: Du möchtest verhindern, dass deine Gurken auf dem Boden verfaulen? Mit eine Rankgitter schützt du deine Gurken und kannst sie effizienter wachsen lassen. Das beste Rankgitter haben wir dir hier verlinkt.

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Düngen für die beste Fruchtbildung

  • Beet: Alle 2 Monate neuer Naturdünger oder Kompost auslegen.
  • Hochbeet: Alle 2 Monate Naturdünung o. alle 14 Tage mineralische Flüssigdüngung.
  • Topfkultur: Alle 14 Tage Flüssiger Gemüsedünger.

Gurken sind Starkzehrer und benötigen eine gezielte Düngung, um optimal zu gedeihen. Der Schwerpunkt der Nährstoffversorgung liegt auf Stickstoff und Kalium. Vor der Pflanzung ist eine Bodenvorbereitung durch organischen Dünger, wie Kompost oder gut zersetztem Mist (ca. 3 kg pro m²), wichtig, um das Bodenleben zu fördern und die Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar zu machen. Für Gurken im Hochbeet sollte ein entsprechender Hochbeetdünger genutzt werden. Ebenso empfehlen wir eine mineralische Düngung bei Topfkulturen. Eine ausführliche Anleitung zum düngen von Gurken inkl. Hausmitteln haben wir dir hier verlinkt.

Empfehlung: Wünscht du dir mehr Ertrag von deinem Gemüse? Viele ertragreiche Gemüsesorten sind Starkzehrer und brauchen viele natürliche Nährstoffe, um zu wachsen. Den besten Dünger für dein Gemüse findest du hier.

Die Bestäubung der Blüten

Beim Bestäuben von Gurken musst du zwischen männlichen und weiblichen Blüten unterscheiden. Die männlichen Blüten haben ein schlankes Aussehen und produzieren Pollen, während die weiblichen Blüten einen kleinen, unreifen Fruchtknoten direkt unter der Blüte aufweisen. Gurken sind keine Selbstbestäuber. Sie sind zweihäusig, bilden also weibliche und männliche Blüten an einer Pflanze aus und sind auf eine Fremdbestäubung angewiesen. Sind keine natürlichen Bestäuber vorhanden und kleine Gurken werden direkt gelb, dann musst du für selbst für eine Bestäubung der Blüten sorgen.

Gießen für ein gesundes Wachstum

Die beste Zeit zum Gießen ist am frühen Morgen, damit die Gurke Zeit hat, das Wasser aufzunehmen, bevor die Temperaturen steigen. Die richtige Menge an Wasser sollte den Boden gründlich durchdringen, ohne dass Wasser auf der Oberfläche stehen bleibt. Eine Feuchtigkeitstiefe von etwa 15-20 cm sollte erreicht werden. Im Sommer während die Gurke Früchte ausbildet, muss bei ausbleibendem Regen fast jeden Tag gegossen werden. Dies gilt für die Kultivierung im Beet, Hochbeet und besonders für Gurken im Topf.

Erntezeitpunkt treffen

Beim Ernten von Gurken solltest du darauf achten, die richtige Balance zwischen Größe und Qualität zu finden. Sie wachsen schnell, aber je größer sie werden, desto mehr leidet oft die Qualität. Gurken müssen während der Kultur durchgehend geerntet werden, sodass die Pflanze immer wieder neue Früchte trägt. Von der Blüte bis zur Ernte dauert es bei Schlangengurken 3 – 4 Wochen. Die Zeit zum ernten beginnt meist Ende Juni und geht bis in den Oktober hinein. Reife Gurken solltest du mit einem Messer abschneiden, sodass die Ranken der Pflanze nicht beschädigt werden.

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Wie viele Gurken pro Pflanze?

Für eine erfolgreiche Ernte im eigenen Garten oder auf dem Balkon ist es wichtig, einige Faktoren zu berücksichtigen. Eine Gurkenpflanze mit Schlangengurken kann unter optimalen Bedingungen zwischen 10 und 15 Früchte produzieren, wobei das Gewicht der einzelnen Gurke etwa 300 bis 400 Gramm beträgt. Eine regelmäßige Ernte ist möglich, da Gurken über einen längeren Zeitraum kontinuierlich Früchte tragen. Je kleiner die Gurken, bedingt durch ihre Sorte, ausfallen, desto mehr Früchte tragen sie Pro Pflanze.

Gurken lagern

Für die richtige Lagerung von Gurken solltest du sie an einem trockenen, lichtgeschützten Ort bei einer Temperatur zwischen 10 und 15 Grad Celsius aufbewahren. Der Keller oder die Speisekammer sind dafür ideal, aber auch ein Vorratsregal in einer dunklen Ecke kann geeignet sein. Verpackungen wie Folien sind zu vermeiden, da sie durch Kondenswasserbildung die Gefahr von Schimmel erhöhen.

Es ist auch wichtig, Gurken nicht neben Tomaten, Äpfeln oder Birnen zu lagern, da das von ihnen abgegebene Ethylen die Gurken schneller altern lässt. Bei optimalen Bedingungen sind Gurken etwa zwei bis drei Wochen haltbar. Zum Einfrieren eignen sich Gurken aufgrund ihres hohen Wassergehalts nicht, da sie dadurch matschig werden. Eine bessere Alternative für eine längere Haltbarkeit ist das Einlegen oder Einmachen, was die Früchte konserviert, auch wenn dabei Geschmack und Konsistenz verändert werden.

Leckere & besondere Sorten

Gurken bieten eine Vielzahl an Sorten, welche alle samt ihre Vor- und Nachteile haben. In dem gerade verlinkten Beitrag findest du eine umfassende Sortensammlung.

  • Schlangengurken sind beliebt wegen ihrer Größe und ihrem milden Geschmack, benötigen jedoch viel Wasser und Platz.
  • Freilandgurken sind widerstandsfähig und können in verschiedensten Umgebungen gedeihen, was sie ideal für den Außenanbau macht. Sorten wie Tanja und Marketmore sind bei Hobbygärtnern sehr beliebt.
  • Mini- und Snackgurken sind hervorragend für kleine Räume wie Balkone geeignet. Sie sind süß und ideal für den Frischverzehr. Sorten wie Iznik F1 und La Diva bieten eine schnelle Ernte und brauchen wenig Platz.
  • Gewürzgurken sind kleiner und aromatischer, perfekt zum Einlegen. Diese Sorten beanspruchen wenig Platz, was sie ideal für kleine Gärten und Balkone macht. Sorten wie Conny F1 und Delikateß bieten kompaktes Wachstum und leckere Früchte.
  • Die mexikanische Minigurke, auch Cucamelon genannt, ist eine interessante Ergänzung. Mit ihren kleinen, melonenartigen Früchten und ihrer kletternden Natur benötigt sie Unterstützung zum Wachsen.
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Brauchen Gurken einen Regenschutz?

Ob Gurken einen Regenschutz benötigen, hängt stark von der jeweiligen Sorte ab. Freilandgurken benötigen keinen Regenschutz, wohingegen Schlangengurken von eine Regenschutz profitieren. Generell ist es sehr hilfreich den Boden zu mulchen und mit Rankhilfen zu arbeiten, sodass die Früchte nie auf dem nassen Boden liegen.

Pflegeprobleme & Krankheiten

Gelbe, vertrocknete oder hängende Blätter bei Gurkenpflanzen deuten auf Stress hin, sei es durch Umweltfaktoren, Krankheiten oder Schädlinge. Bei gelben Blättern kann es an Überwässerung, Nährstoffmangel, Pilzinfektionen, Virusinfektionen wie dem Gurkenmosaikvirus oder Schädlingsbefall wie Blattläusen und Spinnmilben liegen. Braune und vertrocknete Blätter entstehen oft aus denselben Gründen wie gelbe Blätter und befinden sich häufig nur in einem späterem Verfallsstadium. Falls etwas mit einer Gurkenpflanze nicht stimmt, dann schau doch einfach bei unseren Artikel „Krankheiten bei Gurken“ und „Gelbe, vertrocknete & hängende Blätter bei Gurken“ rein.

Eine Ausnahme bei Gurken gibt es jedoch: Bei heißem Wetter und starker Sonneneinstrahlung können Gurkenblätter tagsüber hängen, was jedoch in der Regel kein Grund zur Besorgnis ist. Dies ist eine natürliche Reaktion der Pflanze auf die Hitze, um Wasser zu sparen und Verdunstung zu minimieren. Wenn die Pflanze gesund ist, sollten sich die Blätter abends, wenn die Temperaturen sinken und die Sonne schwächer wird, wieder aufrichten.

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Schädlinge erkennen & bekämpfen

Spinnmilben und Läuse können eine Herausforderung bei der Pflege von Gurken sein, lassen sich jedoch mit der richtigen Strategie bekämpfen.

Spinnmilben sind winzige Schädlinge, die gelbe oder braune Punkte auf den Blättern hinterlassen und winzige Spinnweben spinnen. Raubmilben wie Phytoseiulus persimilis sind natürliche Feinde der Spinnmilben und können wirksam zur Kontrolle eingesetzt werden.

Läuse sind ebenfalls klein, aber oft in großen Gruppen an der Unterseite der Blätter zu finden. Sie können zu gelben Verfärbungen und Kräuselungen führen und Honigtau hinterlassen. Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen und Schlupfwespen sind natürliche Feinde von Blattläusen und Schildläusen. Pflanzen wie Ringelblumen und Dill ziehen diese Nützlinge an.

Weitere Bekämpfungsmethoden und Hausmittel gegen Schädlinge an Gurkenpflanzen findest du in den verlinkten Beiträgen.

Empfehlung: Leiden deine Pflanzen unter einem Schädlingsbefall? Mit einem natürlichem Schädlingsspray kannst du Schädlinge auf Rapsöl-Basis bekämpfen ohne die Früchte zu gefährden. Das beste Mittel findest du hier.

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