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  • Kai 

Olivenbaum vermehren: Stecklinge in Wasser oder Erde?

Wenn du davon träumst, deinen eigenen Olivenbaum zu vermehren und eine mediterrane Oase in deinem Garten zu schaffen, dann bist du hier genau richtig. In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du einen Olivenbaum erfolgreich über Ast-Stecklinge vermehrst. Erfahre, welche Äste am besten geeignet sind, wie du sie richtig schneidest und pflegst und worauf du während der Wurzelbildung achten musst.

Ein Steckling des Olivenbaums, wird zur Vermehrung in Anzuchterde gesteckt.
[@joannawnuk]/Depositphotos.com

Der beste Zeitpunkt zur Vermehrung

Der beste Zeitpunkt zur Vermehrung eines Olivenbaums liegt im Frühjahr, insbesondere zwischen Juni und August. In dieser Periode sind die Temperaturen hoch genug, um die Keimung und Wurzelbildung zu fördern. Hohe Temperaturen sind für die Vermehrung essenziell, da sie optimale Wachstumsbedingungen schaffen.

Anleitung: Olivenbaum über Ast-Stecklinge vermehren

Lass uns direkt einsteigen und beginnen. In den folgenden Abschnitten werden wir dir genau erklären, welche Äste sich für die Stecklingsvermehrung lohnen und wie du sie schneidest und pflegst. Das Vermehren von Stecklingen kann bis zu 2 Monate andauern, also sei geduldig und gib deinem Olivenbaum die benötigte Zeit.

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Schritt 1: Den richtigen Ast finden

Suche nach einem biegsamen Ast, der etwa ein Jahr alt ist. Ein solcher Ast sollte mindestens 10 cm lang und maximal 1 cm dick sein. Achte darauf, dass der Ast gesund ist und keine Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingen aufweist. Ein langer Ast kann genutzt werden, um mehrere Stecklinge daraus zu gewinnen.

Schritt 2: Den Steckling schneiden

Schneide den Ast in einem 90° Winkel, etwa 1 cm unterhalb eines Blattknotens. Diese Schnitttechnik fördert die Wurzelbildung. Sollte der Steckling länger als 20 cm sein, schneide ihn erneut in einem 90° Winkel, sodass du Stücke von ungefähr 10 cm erhältst.

Schritt 3: Blätter entfernen

Entferne die Blätter des Stecklings, bis nur noch etwa 4 Blätter an der Spitze verbleiben. Dies reduziert die Verdunstung und hilft dem Steckling, sich besser auf die Wurzelbildung zu konzentrieren. Je nach Größe des Stecklings kann es notwendig sein, diese Anzahl anzupassen.

Steckling eines Olivenbaums mit markierten Blätter, welche entfernt werden müssen, damit die Pflanze vermehrt werden kann
[@LumenSt]/Depositphotos.com

Schritt 4: Die Schnittstelle behandeln

Behandle die Schnittstelle mit einem Bewurzelungshormon. Dies erhöht die Erfolgsquote der Vermehrung und schützt die Schnittstelle vor Infektionen. Alternativ kannst du Zimt oder gemahlene Kohle verwenden, um die Schnittstellen zu schützen und das Risiko von Pilzbefall oder anderen Krankheiten zu minimieren.

Empfehlung: Deine Stecklinge lassen sich nur schwer bewurzeln? Mit einem Bewurzelungshormon regst du nicht nur die Bildung neuer Wurzeln an, sondern du schützt den Steckling auch vor Infektionen. Das beste Bewurzelungshormon findest du hier.

Bewurzelungshormone sind natürlich kein Muss und du kannst es auch ohne probieren. Was du jedoch mindestens tun solltest ist, die Schnittstellen mit Zimt oder gemahlener Kohle abzutupfen. So ist der Steckling wenigstens geschützt und verrottet nicht.

Schritt 5: Den Steckling in die Erde setzen

Verwende als Substrat nährstoffarme Anzuchterde oder Kokosfaser. Setze den Steckling 5 bis 7 cm tief in das Substrat ein und drücke die Erde leicht an. Bewässere die Erde vorsichtig mit einer Gießbrause oder einer Flasche, um sicherzustellen, dass sie gleichmäßig feucht, aber nicht durchnässt ist. Verwende ein Gefäß mit Drainagelöchern, um Staunässe zu vermeiden und die Wurzelbildung zu fördern.

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Schritt 6: Den Steckling warm halten

Stelle die Stecklinge an einen warmen Ort mit einer Temperatur zwischen 24° und 26°C. Es gibt mehrere Methoden, dies zu erreichen: Du kannst die Stecklinge auf einer Heizmatte platzieren oder einen Platz auf der Heizung wählen, jedoch mit einer schützenden Matte dazwischen. Alternativ kannst du auf geeignete Außenbedingungen im späteren Frühling oder Sommer warten.

Schritt 7: Pflege des Stecklings

Halte die Erde konstant feucht, aber vermeide Staunässe. Nach etwa 3-4 Wochen sollten die ersten Wurzeln erscheinen. Die vollständige Wurzelbildung dauert in der Regel 6-8 Wochen. Sobald die Stecklinge ausreichend Wurzeln gebildet haben, kannst du sie in größere Töpfe oder ins Freiland umpflanzen. Verwende dabei eine Mischung aus 2/3 Blumenerde und 1/3 Sand oder Kies, um eine gute Drainage zu gewährleisten.

Alternative: im Wasser vermehren

Die Vermehrung von Olivenbäumen im Wasser hat eine geringere Erfolgsquote als die Vermehrung in Erde, kann aber dennoch effektiv sein. Schneide den Steckling in einem 90° Winkel und desinfiziere die Schnittstelle mit Zimt oder gemahlener Kohle, um Infektionen zu verhindern. Entferne alle Blätter, bis auf 3-4 an der Spitze, um die Verdunstung zu reduzieren und die Wurzelbildung zu fördern.

Stelle den vorbereiteten Steckling in ein Glas mit lauwarmem Wasser. Achte darauf, dass nur der untere Teil des Stecklings im Wasser steht, um Fäulnis zu vermeiden. Wechsel das Wasser regelmäßig, idealerweise alle zwei bis drei Tage. Der Steckling sollte an einem warmen und hellen Ort stehen, jedoch nicht in direkter Sonne, da dies die Verdunstung erhöhen und den Steckling austrocknen könnte.

Nach etwa 4-5 Wochen sollten sich die ersten Wurzeln zeigen. Sobald die Wurzeln mindestens 2-3 cm lang sind, kannst du den Steckling in nährstoffarme Anzuchterde oder Kokosfaser umpflanzen und wie oben beschrieben weiter pflegen.

Olivenbaum vermehren: Stecklinge in Wasser oder Erde?