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  • Kai 

Paprika pflanzen und pflegen – Gemüse selber ziehen

Paprika, mit ihren leuchtenden Farben und vielfältigen Geschmacksnuancen, sind nicht nur kulinarische Highlights, sondern auch eine Bereicherung für jeden Garten. Ihre Pflege erfordert jedoch mehr als nur regelmäßiges Gießen. Von der Wahl des richtigen Standorts bis hin zur Ernte gibt es viele Aspekte zu beachten, um eine reiche und gesunde Ernte zu bekommen.

Eine klassische grüne Paprika an einer großen Pflanze

Paprika Standort und Boden

Paprika benötigen mindestens 6-8 Stunden Sonnenlicht pro Tag, die Früchte müssen jedoch während der Mittagssonne im Hochsimmer geschützt werden, damit sie keinen Sonnenbrand bekommen. Somit eignen sich Paprika ideal für Gewächshäuser, welche das Licht brechen. Ebenso gut können Paprikas im Topf kultiviert werden. Der Boden sollte nährstoffreich und gut durchlässig sein, mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. Hochwertige Erde wie Universalerde, Tomatenerde oder Blumenerde ist ideal, sofern sie mit etwas Sand vermischt wird, während billige Gartenerde vermieden werden sollte, da sie oft Schädlinge und Pilzsporen enthält. Mehr Informationen zur richtigen Erde findest du hier „Paprika Erde„.

Temperaturen

Paprika gedeiht am besten bei täglichen Temperaturen zwischen 20°C und 26°C. Gerade Jungpflanzen sind sehr empfindlich, daher sollten Paprika erst ins Freiland gesetzt werden, wenn die Temperaturen konstant über 20°C liegen, was meist Mitte Mai der Fall ist. Durch ihre lange Fruchtreifezeit ist die Paprika also darauf angewiesen, dass sie früh genug vorgezogen wird.

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Vorziehen

Paprikasamen werden zwischen Ende Februar und Anfang März ausgesät. Am besten eignet sich Anzuchterde, welche in einem kleinen Behältern gut angefeuchtet wird. Setze die Samen 1 cm tief in die Erde und bedecke sie leicht. Behälter an einen warmen, hellen Ort stellen, die Temperatur muss über 22°C bleiben und das Substrat muss immer feucht gehalten werden. Die Samen keimen nach etwa 14 Tagen.

Nach vier Wochen, wenn die ersten echten Blätter erscheinen, können die Jungpflanzen pikiert werden. Die kräftigsten Paprika Jungpflanzen werden in nährstoffreiches Substrat und in kleine Töpfe umgetopft. Setze die Paprika etwas tiefer, sodass nur die Keimblätter sichtbar sind und warte solange mit dem auspflanzen bis Temperaturen konstant über 20° liegen. Einen kompletten und ausführliche Anleitung zum Vorziehen von Paprika, findest du in dem verlinkten Beitrag.

Empfehlung: Sind deine Jungpflanzen nicht kraftvoll? Mit einer nährstoffarmen Anzuchterden, förderst du das Wurzelwachstum deiner Aussaat und stärkst sie für die bevorstehende Vegetationsphase! Die beste Anzuchterde findest du hier.

Paprika auspflanzen

Paprika sollte erst ins Freie gepflanzt werden, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, was in Deutschland typischerweise ab Mitte Mai der Fall ist. Achte auf die Wettervorhersage, da das Wetter schwanken kann. Die Pflanzen sollten außerdem gut entwickelt sein und mindestens 4 bis 5 echte Blätter haben. Ein häufiger Fehler ist die Paprika zu früh und zu klein auszupflanzen. Sind die Temperaturen zu niedrig wird das wächst die Paprika, besonders in den ersten Monaten, nur sehr langsam. Für die Pflanzung mehrere Paprika nebeneinander sollte ein Pflanzabstand von 50 bis 60 cm eingehalten werden.

Paprika Rankhilfen

Als Rankhilfe eignet sich am besten ein einfacher Rankstab oder Bambusstab, der fest im Boden verankert ist und die Paprika vor dem Umkippen bewahrt. Diese Rankhilfen sollten idealerweise direkt nach dem Auspflanzen gesetzt werden, auch wenn ihre Unterstützung erst wichtig wird, wenn die Paprika Früchte trägt. Dies gilt sowohl für Topf- als auch für Beetpflanzen.

Paprika pflanzen und pflegen - Gemüse selber ziehen

Gießen – Düngen – Ausgeizen

Gießen: Paprikapflanzen brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit. Zu Beginn und während des Wachstums sollte der Boden feucht, aber nicht durchnässt sein, zu dieser Zeit solltest du ca. 1 mal pro Woche gießen. In der Fruchtbildungsphase benötigen die Pflanzen mehr Wasser, da die Früchte viel Feuchtigkeit enthalten und die Temperaturen höher sind. Nun ist es Zeit die Paprika fast täglich zu gießen. Gieße tief und direkt auf den Boden, am besten frühmorgens oder spät nachmittags.

Düngen: Paprika wachsen anfangs langsam, daher kannst du nach den ersten richtigen Blättern die Jungpflanzen umtopfen und erstmals düngen. Verwende in Töpfen einen mineralischen Gemüsedünger. Im Beet oder Gewächshaus verbessere den Boden vor dem Auspflanzen mit organischem Dünger, um das Bodenleben zu fördern. Draußen sollten Paprika alle zwei Monate mit feinkörnigem, organischem Langzeitdünger versorgt werden, der in die Erde eingearbeitet wird. Weitere Informationen findest du in unserem ausführlichen Artikel: „Paprika düngen„.

Empfehlung: Wünscht du dir mehr Ertrag von deinem Gemüse? Viele ertragreiche Gemüsesorten sind Starkzehrer und brauchen viele natürliche Nährstoffe, um zu wachsen. Den besten Dünger für dein Gemüse findest du hier.

Ausgeizen: Je größer die Paprikasorte, desto mehr sollte ausgegeizt werden: Bei großen Blockpaprika wird viel ausgegeizt, bei mittelgroßen Spitzpaprika wenig und bei Mini-Paprikasorten gar nicht. Das Ausgeizen sollte beginnen, wenn die Pflanze etwa 20 cm hoch ist und genügend Blätter hat. Paprikapflanzen teilen sich nach jeder Blüte in zwei neue Triebe. Nach der ersten Blüte lässt du zwei Haupttriebe stehen, die dicker und stärker wachsen. Ausgegeizt werden alle Triebe, welche nach dem ersten Seitentrieb wachsen. Alles ausführlich und im Detail kannst du in unserem Beitrag „Paprika ausgeizen“ nachlesen.

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Wachstum bis zur Ernte

Paprikapflanzen variieren tatsächlich stark in ihrer Größe. Mini-Paprikas, auch bekannt als „Snack-Paprikas“, erreichen etwa eine Höhe von rund 80, während Spitzpaprika oder Blockpaprika bis zu 150 cm groß werden können. Für viele Hobbygärtner ist es verwunderlich, aber gerade wenn der Frühsommer sehr kalt ist, wachsen die Pflanzen nur sehr langsam. Von der Aussaat bis zur ersten Blüte dauert es ca. 60 Tage und dann erneute 60 Tage bis aus der Blüte eine reife Frucht herangewachsen ist. Je nach Sorten reifen einige natürlich schneller und andere Sorten brauchen länger. Sind die Früchte reif und haben die gewünschte Größe erreicht, werden sie mit einem Messer vom Stamm geschnitten. Schneide beim Ernten der Paprika den Strunk durch und ziehe die Furcht niemals vom Trieb ab.

Paprika im Hochbeet anpflanzen

Paprika im Hochbeet anzubauen, bietet zahlreiche Vorteile. Beginne damit, das Hochbeet mit fruchtbarem Kompost anzureichern. Durch den erhöhten Stand des Hochbeets wird nicht nur dein Rücken geschont, sondern der Boden erwärmt sich auch schneller, was besonders in den kühleren Monaten von Vorteil ist. Ein weiterer Vorteil des Hochbeets ist die immer gesicherte Drainage, welche für ein gesünderes Wurzelwachstum sorgt.

Wähle für das Hochbeet kompakte Paprikasorten mit einer geringeren Wuchshöhe, da diese weniger windanfällig sind. Ein Pflanzabstand von 40 cm ist im Hochbeet optimal, um ausreichend Platz für das Wachstum zu bieten und Krankheiten vorzubeugen. Ein sonniger Standort mit mindestens sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag ist ideal.

Paprika im Topf anpflanzen

Paprikapflanzen sollten in Töpfen mit einem Fassungsvermögen von 15 bis 20 Litern gepflanzt werden. Der Topf sollte über ausreichende Drainagelöcher verfügen, um Staunässe zu vermeiden und den Wurzeln genügend Sauerstoff zuzuführen. Paprikapflanzen im Topf haben einen erhöhten Wasserbedarf, da die Erde weniger Wasser speichert und die Wurzeln eingeschränkt sind. Die Erde sollte immer leicht feucht gehalten werden, aber niemals durchnässt. Im Sommer, wenn die Paprika Früchte trägt, ist es notwendig, 2-3 mal pro Woche gründlich zu gießen. Einen ausführlichen Leitfaden zum Pflanzen vom Paprika im Topf findest du im verlinkten Beitrag.

Empfehlung: Fällt dein Gemüseertrag von Topfkulturen geringer aus? Topfkulturen sind aufgrund des eingeschränkten Bodenlebens auf eine mineralische Düngung angeiwesen. Den besten Dünger für deine Topfkulturen findest du hier?

Paprika im Gewächshaus pflanzen

Ein Gewächshaus ist wohl der beste Ort, um Paprika in Deutschland zu kultivieren. Gewächshäuser erwärmen sich schnell, wodurch der Boden länger warm bleibt. Davon profitieren besonders die Jungpflanzen. Das Anpflanzen der Paprika unterscheidet sich nicht von dem im Freiland, aber bei der Pflege muss besonders auf eine regelmäßige Bewässerung geachtet werden. Zudem solltest du die Luftzirkulation im Gewächshaus im Auge behalten. Da sich im Gewächshaus nur wenige Bestäuber befinden, musst du die Blüten deiner Paprika selbst bestäuben. Wie das funktioniert, zeigen wir dir im verlinkten Beitrag.

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