Paprika Samen aussäen & Jungpflanzen vorziehen
Paprika ist eine wärmeliebende Pflanze, die in ihrer natürlichen Umgebung in wärmeren Klimazonen gedeiht. Aber keine Sorge, auch in gemäßigten Klimazonen wie Deutschland kann man mit der richtigen Pflege und Vorbereitung erfolgreich Paprika anbauen. Dieser Artikel führt dich durch den gesamten Prozess, von der Aussaat über das Vorziehen im Haus bis hin zum Auspflanzen ins Freie.

Ohne Vorziehen kaum Ertrag
Um in Deutschland erfolgreich Paprika anzubauen, ist es unerlässlich, sie im Haus vorzuziehen. Paprika stammt ursprünglich aus Südamerika und benötigt eine lange Wärmeperiode, die in unserem Klima nicht gegeben ist. Es dauert etwa zwei Monate, bis die Pflanzen groß genug sind, um die ersten Blüten zu bilden, und weitere drei Monate, bis die Früchte reif sind. Wenn du also erst im Mai mit der Aussaat beginnst, wenn die Temperaturen konstant über 20 Grad liegen, ist es bereits fast zu spät. Durch das Vorziehen kannst du die Kulturzeit um mehrere Monate verlängern und somit eine erfolgreiche Ernte sicherstellen.
Diese Samen kannst du Vorziehen
Wenn es um das Saatgut geht stellt sich natürlich die Frage: „Kann ich Paprika Samen aus dem Supermarkt selber vorziehen?“ Kurz und knapp, die Antwortet lautet „Ja„, sofern du ein paar sehr wichtige Dinge beachtest, welcher wir jetzt gleich direkt klären. Alternativ und die sicherere Methode ist sich Saatgut im Gartencenter oder im Internet zu bestellen.
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Samen aus dem Supermarkt
Die meisten im Supermarkt gekauften Paprika sind F1- oder F2-Hybriden was dazu führt, dass die neue Generation weniger vorteilhafte Eigenschaften aufweisen oder die Samen überhaupt nicht keimfähig sind. Paprikasamen aus dem Supermarkt eignen sich zum selber ziehen also nur, wenn sie keine Hybridsorten sind.
Paprika Samen aussäen
Der optimale Zeitpunkt, um Paprikasamen zu säen, liegt zwischen Ende Februar und Anfang März, etwa zwei bis drei Monate vor dem geplanten Auspflanzen ins Freiland. Für die Anzucht von Paprika benötigen Sie kleine Anzuchtbehälter, Anzuchterde oder Kokoserde und optional einen Anzuchtkasten. Ein Anzuchtkasten schafft für die schwer keimenden Paprikasamen und die darauf folgenden Jungpflanzen eine ideale Umgebung und fördert das Frühwachstum.
Feuchte das Anzuchtsubstrat gut an, drücke die Samen etwa 1 Zentimeter tief in die Erde und bedecke sie anschließend mit einer dünnen Schicht. Stelle den Anzuchtkasten oder die Behälter an einen warmen, gut beleuchteten Ort. Paprikasamen keimen nur, wenn die Temperatur konstant über 22 Grad Celsius liegt. Daher sollte der Anzuchtbehälter nicht in der Nähe eines offenen Fensters stehen und täglich einige Stunden Sonnenlicht erhalten. Paprikasamen sind Dunkelkeimer und benötigen bis zu 14 Tage, um zu keimen. Während dieser Zeit muss das Substrat immer feucht gehalten werden.

Paprika pikieren
Das Pikieren ermöglicht es dir, die stärksten und gesündesten Pflanzen für deine endgültige Ernte auszuwählen. Da Paprikasamen nicht besonders keimfreudig sind, ist es vorteilhaft, mehr Samen zu säen und anschließend die kräftigsten Jungpflanzen zu pikieren. Etwa vier Wochen nach der Aussaat, sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blätter erscheinen, sollten die Paprikapflanzen pikiert werden.
Idealerweise ist es jetzt Ende März oder Mitte April. Die Paprikapflanzen werden von einem nährstoffarmen in ein nährstoffreiches Substrat umgetopft. Wähle die kräftigsten und gesündesten Jungpflanzen aus, da diese die besten Wachstumschancen haben. Grabe vorsichtig mit einem Pikierstab oder einem Teelöffel um die Wurzeln der ausgewählten Pflanzen und ziehe sie behutsam heraus.
Nimm einen Topf mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern und setze die pikierten Paprikapflanzen in ihr neues Zuhause. Setze die Pflanzen etwas tiefer in den Topf, sodass nur noch die Keimblätter aus der Erde schauen. Nun bleiben die stärksten Jungpflanzen im Topf und warten darauf, dass die Temperaturen konstant über 20 °C steigen, damit sie nach draußen gepflanzt werden können.
Paprika auspflanzen
Der richtige Zeitpunkt um Paprika ins Freie zu verpflanzen, hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst musst du sicherstellen, dass keine Frostgefahr mehr besteht, da Paprika frostempfindlich ist. In Deutschland ist dies in der Regel ab Mitte Mai der Fall, wobei du die Wettervorhersage im Auge behalten solltest, da das Wetter variieren kann. Zusätzlich zu den Außentemperaturen sollte die Paprika gut entwickelt sein und mindestens 4 bis 5 echte Blätter haben. Wenn es soweit ist, solltest du du dir unseren Beitrag zur Pflege von Paprika mal genauer anschauen.

Paprika Samen keimen nicht?
Wenn Paprika-Samen nicht keimen, liegt das fast immer an der Temperatur. Da Samen oft auf der Fensterbank vorgezogen werden, kann häufiges Lüften das Substrat sehr kalt machen, was die Keimung verhindert. Paprika-Samen benötigen konstante Wärme, idealerweise zwischen 22 und 28 Grad Celsius, um erfolgreich zu keimen. Deswegen kann es sich durchaus lohnen eine Heizmatte zu verwenden.
Ein weiteres Problem könnte zu altes Saatgut sein, das seine Keimfähigkeit verloren hat, weil es zu alt ist. Auch ein zu trockenes Substrat kann die Keimung verhindern, da die Samen ausreichend Feuchtigkeit benötigen, um zu quellen und zu keimen. Achte also darauf, dass das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass ist, und halte die Temperatur konstant warm.
