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  • Kai 

Zucchini: Pflanzen, Pflegen und Ernten

Der Anbau von Zucchini kann unglaublich lohnend sein, besonders wenn Du die grundlegenden Schritte beachtest. Angefangen beim richtigen Standort, über das Vorziehen und Einpflanzen bis hin zur Pflege und Schädlingsbekämpfung. In diesem Artikel nehmen wir Dich an die Hand und erkläre Dir alles, was Du wissen musst, damit Deine Zucchinipflanzen prächtig gedeihen.

Zucchini: Pflanzen, Pflegen und Ernten

Standort & Boden

Um Zucchini erfolgreich anzubauen, sind der richtige Standort und der passende Boden entscheidend. Beginnen wir mit dem Standort. Zucchini benötigen mindestens 6-8 Sonnenstunden täglich, daher ist ein sonniger bis halbschattiger Platz ideal. Optimal ist ein nährstoffreicher, lockerer und humoser Boden. Lockere Erde fördert die Wurzelentwicklung und die effiziente Wasseraufnahme. Achte darauf, dass der pH-Wert des Bodens zwischen 6,5 und 7,0 liegt, also leicht sauer bis neutral ist. Der pH-Wert ist besonders wichtig für die Nährstoffaufnahme und somit auch für die Fruchtbildung der Zucchini.

Zucchini vorziehen

Um Zucchini erfolgreich vorzuziehen, ist der richtige Zeitpunkt und eine geeignete Umgebung wichtig. Ab April kannst du mit der Vorkultur in einzelnen Anzuchttöpfen beginnen. Stelle die Töpfe an einen warmen Platz mit etwa 20°C, damit die Samen schnell und gleichmäßig keimen. Die Keimung erfolgt normalerweise innerhalb einer Woche. Halte die Anzuchterde gleichmäßig feucht, aber vermeide Staunässe. Eine Sprühflasche eignet sich gut, um die Erde sanft zu befeuchten und die Keimlinge nicht zu beschädigen.

Wenn die kleinen Pflanzen zwei bis drei echte Blätter entwickelt haben, ist es Zeit zum Pikieren. Setze die Keimlinge vorsichtig in größere Töpfe um. Dabei solltest du darauf achten, die Wurzeln nicht zu verletzen. Das Pikieren sorgt dafür, dass die Jungpflanzen kräftiger werden und später im Freiland besser anwachsen. Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, können die Jungpflanzen nach draußen gesetzt werden.

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Einpflanzen

Achte bei der Pflanzung darauf, dass die Pflanzen nicht tiefer als im Topf stehen. Die Wurzeln sollten gut bedeckt sein, aber der Wurzelhals muss über der Erde bleiben, um Fäulnis zu verhindern. Halte einen Abstand von mindestens 80×80 cm zwischen den Pflanzen ein. Zucchini brauchen viel Platz, um sich gut entwickeln zu können.

Bereite den Boden gründlich vor, indem du ihn auflockerst und Kompost oder organischen Dünger einarbeitest. Dies verbessert die Nährstoffversorgung und schafft optimale Wachstumsbedingungen. Nach dem Pflanzen gieße die Zucchini gut an. Das hilft, den Bodenschluss herzustellen und versorgt die Wurzeln mit ausreichend Feuchtigkeit. Falls du die Pflanzen früh ins Freie setzt, schützen Folienabdeckungen oder Vlies vor Spätfrost.

Eine gut gedüngte Zucchini in einem Beet

Zucchini ins Hochbeet pflanzen

Um den Platz im Hochbeet optimal zu nutzen und von den Vorteilen verschiedener Pflanzen zu profitieren, kannst du Zucchini mit Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Kräutern kombinieren. Diese Pflanzen ergänzen sich gut, da sie unterschiedliche Nährstoffbedarfe haben und sich gegenseitig schützen können. Beliebt ist es auch die Zucchini in einer Mörtelwanne zu kultivieren. Achte auch im Hochbeet auf einen Pflanzabstand von ca. 80 Zentimetern. Der Vorteil des Hochbeetes ist, dass die Zucchini einfach vom Hochbeet entlang der Außenwände wachsen können. Alternativ kannst du Spaliere oder Rankgitter anbringen um dem Platz besser nutzen können.

Zucchini Gießen & Düngen

Gießen: Gieße deine Zucchini am Anfang ein- bis zweimal pro Woche gründlich. Sobald die Zucchini beginnt Früchte zu tragen und der Regen ausbleibt, muss die Zucchini jeden Tag gegossen werden. Achte darauf, die Pflanzen direkt an der Basis zu gießen, um die Blätter trocken zu halten und das Risiko von Pilzinfektionen wie Mehltau zu reduzieren. Morgens zu gießen ist ideal, da die Pflanzen so den ganzen Tag über ausreichend Wasser haben. Gieße niemals mit kaltem Grundwasser, dies verpasst den Wurzeln einen Schock was sich schnell negativ auf den Wuchs auswirkt. Eine Mulchschicht aus organischem Material wie Stroh oder Grasschnitt hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren, Unkraut zu unterdrücken und den Boden kühl zu halten.

Düngung: Bereite den Boden vor der Pflanzung gründlich vor, indem du Kompost oder gut verrotteten Mist einarbeitest. Dies sorgt für eine langfristige Nährstoffversorgung. Da Zucchini Starkzehrer sind, benötigen sie während der gesamten Wachstumsperiode zusätzliche Nährstoffe. Düngen alle zwei Wochen mit organischen Düngern wie Brennnesseljauche oder einem speziellen Gemüsedünger ist ideal. Bei Topfpflanzen verwende mineralischen Flüssigdünger, die mit dem Gießwasser verabreicht werden, um die Nährstoffe schnell und effektiv zu den Wurzeln zu bringen.

Empfehlung: Wünscht du dir mehr Ertrag von deinem Gemüse? Viele ertragreiche Gemüsesorten sind Starkzehrer und brauchen viele natürliche Nährstoffe, um zu wachsen. Den besten Dünger für dein Gemüse findest du hier.

Bestäubung

Zucchini benötigen eine Bestäubung durch Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, um Früchte zu bilden. Pflanze bunte Blumen in der Nähe, um diese Bestäuber anzulocken. Beliebte Blumen für diesen Zweck sind Ringelblumen, Lavendel und Sonnenblumen. Wenn die natürliche Bestäubung nicht ausreicht, kannst du manuell nachhelfen. Nutze dafür einen kleinen Pinsel oder ein Wattestäbchen. Männliche Blüten erkennst du an den langen Stielen und dem schlanken Blütenkopf. Weibliche Blüten haben einen kurzen, dicken Stiel mit einem kleinen Fruchtansatz unter der Blüte.

Männliche Blüte / Königsblüte entfernen

Zucchinis bilden entweder vorwiegend männliche oder weibliche Blüten. Manche Pflanzen zeigen zunächst nur männliche Blüten, während andere zuerst weibliche Blüten entwickeln. Dies dient dazu, die Selbstbestäubung zu verhindern. Das Entfernen der männlichen Blüten ist in der Regel nicht notwendig und fördert auch nicht die Bildung weiblicher Blüten. Es ist wichtig, Geduld zu zeigen und der Pflanze Zeit zu geben, sich zu entwickeln. Die weiblichen Blüten, die später erscheinen, sind diejenigen, die Früchte tragen werden.

Die sogenannte Königsblüte, die erste Blüte an der Zucchinipflanze, sollte nur entfernt werden, wenn sich die Pflanze noch in der Vorzucht befindet. Sobald die Zucchini ausgepflanzt wurde, ist das Entfernen der Königsblüte nicht mehr notwendig.

Zucchini ausgeizen

Zucchini müssen nicht ausgegeizt werden. Auch große Blätter beeinträchtigen den Ertrag nicht. Solange die Blätter gesund sind, sollten sie bleiben, da sie für die Fotosynthese und den Schatten der Früchte wichtig sind. Beschädigte oder kranke Blätter sollten entfernt werden. Schädlinge sitzen oft auf der Blattunterseite. Auch braune oder kranke Blätter müssen weg. Entferne nur so viele Blätter wie nötig, um die Pflanze nicht zu schwächen. Schneide die Blätter in Stammnähe ab, um die Pflanze zu schützen. Reiße die Blätter nicht ab, da dies die Pflanze verletzen und Krankheiten fördern kann. Verwende sauberes Werkzeug für einen sauberen Schnitt.

Eine Zucchini, welche stark von Mehltau befallen wurde

Ernte

Etwa 45-60 Tage nach der Pflanzung sind die ersten Zucchini erntereif. Um die beste Qualität zu gewährleisten, solltest du die Früchte ernten, wenn sie eine Länge von 10-15 cm erreicht haben. Je nach Sorte kann die endgültige Fruchtgröße natürlich abweichen. Größere Zucchini neigen dazu, weniger zart zu sein und mehr Samen zu enthalten.

Krankheiten & Schädlinge

  • Blütenendfäule tritt oft bei Zucchini auf und wird durch Calciummangel verursacht. Um dem vorzubeugen, solltest du bereits bei der Pflanzung eine Kalkgabe einplanen. Dies stellt sicher, dass die Pflanzen ausreichend mit Calcium versorgt werden und verhindert das Auftreten dieser Krankheit.
  • Echter Mehltau zeigt sich durch einen weißen, mehligen Belag auf den Blättern. Fast jede Zucchini wird im Laufe Ihrer Zeit durch Mehltau befallen, jedoch meist erst gegen Ende der Kulturzeit. Ein leichter Befall schadet der Zucchini nicht, sind die Blätter jedoch großflächig betroffen müssen sie entfernt werden.
  • Grauschimmel ist ebenfalls eine häufige Krankheit bei Zucchini. Dieser Pilz wird durch hohe Feuchtigkeit und schlechte Luftzirkulation begünstigt. Um Grauschimmel vorzubeugen, achte auf einen ausreichenden Pflanzabstand, damit die Luft gut zirkulieren kann. Wässere die Pflanzen nur am Boden und vermeide es, die Blätter nass zu machen.
  • Blattläuse kannst du durch regelmäßiges Abduschen der Pflanzen entfernen. Im Garten ist es am besten auf Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen einsetzen, die Blattläuse auf natürliche Weise bekämpfen. Denn werden die Blätter zu häufig nass gemacht steigt das Risiko von Pilzerkrankungen.
  • Spinnmilben sind winzige Schädlinge, die häufig an Zucchini auftreten, insbesondere bei warmem und trockenem Wetter. Sie verursachen feine Gespinste auf den Blattunterseiten und führen zu vergilbten und vertrockneten Blättern. Auch hier solltest du auf Nützlinge wie Raubmilben zurückgreifen.

Empfehlung: Leiden deine Pflanzen unter einem Schädlingsbefall? Mit einem natürlichem Schädlingsspray kannst du Schädlinge auf Rapsöl-Basis bekämpfen ohne die Früchte zu gefährden. Das beste Mittel findest du hier.

Zucchini: Pflanzen, Pflegen und Ernten